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MAK

Full text : Jahrgang 4 (1901) (Heft 15)

Willkürliches  und  theilen  sich  der  Allgemeinheit  mit,
wenn  ihnen  für  ihre  Zeit  besondere  künstlerische  Kraft
innewohnt.  Moden  in  der  Kunst  darf  man  also  nicht  wie
etwas  Widerliches,  als  ansteckende  bösartige  Krankheit  ansehen,
  sondern  sie  bilden  stets  den  Ausdruck  besonderer,  für
die  Zeit  massgebender  künstlerischer  Kraft,  die  ihrer  Zeit
den  Stempel  aufzudrücken  und  sie  unter  Umständen  über
andere  Zeitabschnitte  hoch  zu  erheben  vermag.  ©00
©  Künstlerische  Kraft  und  Energie  werden  aber  durch
gründliche  Kenntnis  und  logische  Beherrschung  des  Gesetzmassigen
  zu  voller  Entfaltung  gebracht  und  vor  übermassigen
  Entgleisungen  bewahrt  werden.  00©
©  Bei  vielen  hervorragenden  Meistern  können  wir  mit
Bestimmtheit  schliessen,  dass  sich  dieselben  des  Gesetzmassigen
  in  seiner  Anwendung  bewusst  waren.  Mag  es
aber  bewusst  oder  immerhin  zufällig  in  einzelnen  Werken
zur  Geltung  kommen,  stets  erkennen  wir  seine  hohe  Bedeutung,
  und  kein  Meisterwerk  entbehrt  desselben.  ©0©
©  Aus  Vorhergehendem  leite  ich  die  Berechtigung  und
Verpflichtung  zu  Folgendem  her.  ©©©
BER  FORMEN  UND  MASSENVERTHEILUNG
IM  BILDE.  ©O©
©  Mit  der  Wiedergabe  der  Natur  oder  der  Dar=Stellung
  von  Ideen  im  Bilde  stehen  wir  vor  allem
in  einem  AbhängigkeitsVerhältnisse  zur  jeweiligen  Fläche,
auf  die  wir  die  plastische  Natur  zu  übertragen  haben  (Leinwand,
  Papier  etc.).  Es  werden  sich  deshalb  hauptsächlich
nur  jene  Gegenstände  zu  dieser  Wiedergabe  eignen,  bei

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