menschlich und sichtbar geworden in dem ungeheuren
Dämonenhaupt, das mit aufgerissenen Augen und schreien=
dem Maul über die dampfende Brandstätte wogt. Ferner
das grosse Blatt „Tod und Leben” und das unvergleich=
liehe „Finale”, in dem wieder das Beklemmende, Trau=
rige, unfassbar Unheimliche der Heide, wie das Arme und
Hilflose, das Trost erhält, Gestalt angenommen hat. Ferner
die „Nacht”, deren räthselhafte Formen und Geräusche
als Fratzen und Masken erscheinen. = Eine grosse Reihe
von Holzschnitten sind nicht bis zu dieser „Sichtbar=
werdung” entwickelte „Vermenschlichungen”, keine rein
symbolischen Darstellungen eines Erlebnisses, sondern mit
restloser Versenkung in die angeschaute Erscheinung und
mit äusserster Strenge und Selbstzucht gegen die aus=
führende Hand gegebene Dinge der Erscheinungswelt.
Vielmehr deren innerstes und geheimstes Wesen, ihre
„krystallisierte, paradiesische Form”, wie Gide sagt. Dies
hat sich ihm gezeigt wie bei jenen Symbolen auch. Hier
aber zeigt er das Ding selbst, wie er es sah, nicht seine
Emotion, die er davon empfieng, und überlässt es dem Be=
schauer, die Vermenschlichung selbst zu vollziehen nach
seinem eigenen Herzen. Denn jedes dieser Laage’schen
Stilleben, dies „Fenster mit den Blumenstöcken”
und der Nacht draussen, seine „Tulpen”, sein „Herbst=
tag”, sein „Hei de haus”, sein „Regen”, sein „Läuten”,
sein „Sonnenuntergang” ist ein Zustand seiner Seele,
sagt: so hab’ ich’s gefühlt! = So zauberisch hab’ ich den
Frieden nie gesehen als da, da ich diese stumm glühenden
Blumen im Lampenschein am Fenster stehen sah in der
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