MAK
Laage hat im Holzschnitt das Material gefunden, das allem, 
was er macht, als Erscheinungsform, als Kleid vollkommen 
„passt”. Ihm dient ein Auge und eine Hand, so wundervoll 
frei bewahrt von allem, was irgendwo für Schulgeld zu 
lernen ist. So frei von der geringsten Beeinflussung von 
jedem: „der Künstler muss”. Welch ein Glück, dass seine 
Natur so verschlossen, verborgen, geheim war, dass kein 
akademischer Drill sie stören oder vergewaltigen konnte, 
nichts ihr aufdrängen als „nothwendig” oder „richtig”, noch 
ihr etwas von dem nehmen, was sie aus dem heiligen 
Schoss mitgebracht, aus dem sie kam! = Dafür haben sich 
dieses Auge und diese Hand in ganz einsamem Verkehr 
mit der Welt umher und in steter Arbeit rein und ungetrübt 
entwickelt. Laages Stil, das heisst die Art, wie er alles sieht 
und darstellt, ist völlig frei, unabhängig, sein eigen und 
er selbst. Der Stil seiner Holzschnitte zeigt mit nieman 
des Arbeiten irgendwelche Aehnlichkeit, die des Lucien 
Pissarro vielleicht ausgenommen. Laage aber umfasst un= 
endlich mehr als jener. = Seine Holzschnitte sind vor allem 
in Holz geschnitten, in keinem anderen Material denk 
bar, athmen die Schönheit ihres Materials, die Liebe zu 
ihm, zu dem warmen Stück Holz, dem das Messer Leben 
entlockt. Laage hat es nicht nöthig, bei dem Stil der mittel= 
alterlichen primitiven Holzschneider oder bei sonst irgend 
einem anderen Anleihen zu machen. Etwa um seinen Ar 
beiten den Anschein der dem Holzschnitt so gut stehenden 
Naivität zu geben, die man an alten Arbeiten so hoch 
schätzt. Er ist naiv, das heisst er geht restlos und absichts= 
los in dem Object seiner Darstellung auf, als Mensch und 
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