Für V. S. gez. v.
E. Stöhr OM.
wenn Gott gestorben ist, die Wolken fallen.
Und mein Gehör war gross und allem offen.
Ich hörte Dinge, die ich nie vernahm:
Die Zeit, die über meine Decke floss,
die Stille klang an zarte Gläser an,
und nah bei mir, vor meinen Händen, war
das Athemholen einer weissen Rose.
Und immer wieder dacht ich: Nacht und Nacht
und glaubte einen hellen Streif zu sehn,
der wachsen würde wie ein Tag;
und glaubte auf den Morgen zuzugehn,
der längst in meinen Händen lag.
Die Mutter weckt’ ich, wenn der Schlaf mir schwer
herunterfiel vom dunkelen Gesicht,
der Mutter rief ich: Du, komm her!
Mach Licht! =
Ich horchte eine Weile. Es blieb still,
und meine Kissen wurden mir zu Steinen,
dann sah ich etwas flackernd scheinen . . .
das war der Mutter wehes Weinen,
an das ich nicht mehr denken will.
Mach Licht! Mach Licht! = Ich schrie es oft im Traum:
der Raum ist eingefallen! Nimm den Raum
mir vom Gesicht und von der Brust.
Du musst ihn heben, hochheben,
musst ihn wieder den Sternen geben!
Ich kann nicht leben, so, mit dem Himmel auf mir!
Aber, sprech ich zu dir, Mutter ?
Oder zu wem denn? Wer ist denn dahinter?
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