malen wollten, ohne Raffinement der „geschickten"’ Hand.
Nur widerwillig gieng er nach Rom, das ihn auch, mit
Ausnahme der Katakomben, nicht zu fesseln vermochte.
Für die Stanzen konnte er sich nicht erwärmen. Raphaels
Kunst war in seinen Augen geradezu „verbrecherisch”.
Aus Capri mit seinen „Pappfelsen” floh er schon nach
einigen Tagen. Umso mächtiger ward dagegen seine Phan=
tasie von den unheimlichen Gewalten gepackt, die im
Krater des Vesuvs die Räthsel des Erdinnern ahnen Hessen.
Und dem Zauber von Pompeji erlag er vollständig und
verblieb weit über die beabsichtigte Zeit in dem Künst=
leralbergo del Sole. ©0©
© In der ursprünglichen, zarten und starken Kunst der
Frührenaissance und ihrer Vorgänger fand er verwandte
Klänge: die innere Grazie und die naive Andacht der Kunst=
Übung. Dass sie nicht ohne Wirkung aufseine weitere Ent=
Wicklung blieb, ist ohne Zweifel. Von nun an werden
seine Bilder so streng in der Form, dass sie gleichsam nur
das Facit einer ungeheueren Reihe von künstlerischen
Emotionen geben. Am schärfsten tritt dies vielleicht auf
zwei Bildern aus der letzten Zeit hervor: „Joukahainens
Rache” und dem „Brudermörder”. In dem ersteren ist der
Ausdruck tödlichen Hasses, in dem zweiten derjenige trost=
loser Verzweiflung durch Mittel erreicht, die gleichsam auf
eine einzige Farbe und eine einzige Linie reduciert er=
scheinen. ©©©
© Während seine Ausdrucksformen eine immer grössere
Ruhe und Beherrschung erlangen, wird die Glut, aus der
sie geboren, immer intensiver, concentrierter, tiefer. ©©©
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