MAK
ZUR PSYCHOLOGIE DER ORGEL. 
]| X lEIN Instrument trägt wie die Orgel die Spuren 
seines ursprünglichen Entstehungsortes an sich; 
des Ortes, aus dem, für den es geboren, für den es 
Wlmit allen Kräften gewirkt hat. Die Architektur der 
Kirche und die damit verbundene Klangwirkung hat das 
Instrument geschaffen und hat die Art der Komposition be= 
einflußt. Dieses Anprallen der gewaltigen Tonwellen, die 
da in den Raum hinausgeschleudert werden! Dies plötz= 
liehe Abreißen und Wiedereinsetzen im Piano! Wo die hin 
und her geworfenen Akkorde immer noch mit unter klin= 
gen! Als kämpften diese Wirbel von Tonmassen gegen die 
Mauern, die sie einschränken wollen, ewig einen grandiosen, 
furchtbaren, schlummernden Kampf. Es ist, als hätte man 
ein Untier eingesperrt, das nun seiner Kraft sich bewußt 
wird, zu brüllen, zu schnauben beginnt. Dies Instrument 
ragt in unsere Zeit hinein wie Reste kolossaler Tiere einer 
uralten Zeit; einer Zeit, wo der Mensch, noch ungeboren, 
im Schoße der Natur nach Befreiung rang. Es besteht eine 
Ähnlichkeit zwischen dem Tosen der Orgeltöne und dem 
trompetenartigen Schreien des Elefanten. Was für Men= 
sehen müssen das gewesen sein, die dieses Instrument 
schufen! Die dieses Instrument zu schaffen wagten? In 
welch kolossalen Vorstellungen müssen diese Menschen 
gelebt haben?! Welche Empfindungen, welche gewaltige 
Phantasie müssen sie besessen haben?!! ©0© 
© Es wohnt der Orgel eine rein physische Gebundenheit 
21 I
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.