Heimat beschränkt geblieben sein: auch in dieser Be=
schränktheit zeigt sich hier der Meister, der Meister einer
reinen, unverfälschten Rasse. Und was bisher nicht war,
kann noch werden. Des sind wir sicher: wohin Alt’sche
Kunst heute auch getragen werden mag, dort wird sie sich
Freunde erwerben. ©0©
© Aber in der österreichischen Kunstgeschichte hat er
doch seinen besonderen Ehrenplatz und durch nichts in
höherem Grade, als daß er sich noch als hoher Achtziger
entschloß, der „Secession” beizutreten. Für sich und seine
Malereien konnte er damit nichts mehr erlangen wollen.
Und dennoch hat er etwas erlangt, Berührung mit der
Jugend und neu einströmende Jungkraft in seiner Kunst.
Das haben wir gesehen und staunend miterlebt. Aber vor
allem wollte er doch geben und hat auch gegeben. Und was
er gab, war die moralische Wucht seines künstlerischen
Namens und seines persönlichen Ansehens. Er gab durch
seinen Beitritt der „Secession” eine Vertrauenserklärung
und wie sehr er diese durch die Entwicklung der Dinge
gerechtfertigt fand, hat er bei Gelegenheit seines neunzig=
sten Geburtstages frei und fröhlich bekannt. Darum gesellt
sich zur Verehrung bei Alt auch der Dank aller Freunde
einer freien und eigenwüchsigen Kunst. Gerade das Mora=
lische ist hier bedeutungsvoll. Auch verstand es sich durch=
aus nicht „von selbst”. Es war eine Frage des Mutes und
der Wahrheitsliebe. Wie in seinem Schaffen, so hat hier
auch in seinem Tun Rudolf von Alt glänzend bestanden.
Darum doppelte Ehre seinem erlauchten Namen! ©0©
©OG FRANZ SERVAES.
266