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Avranches dem Mob, der sie zerstörte, mehr als uns, die in Trauer vor ihren 
Grundmauern auf' und abgehen? Ebensowenig gehört irgend ein Gebäude 
dem Pöbel, der ihm Gewalt antut. Denn Pöbel ist es stets, ob er nun in Wut 
oder in überlegter Dummheit handelt; ob auf Straßen oder in Ausschüssen 
versammelt; Leute, die ohne Ursache etwas zerstören, sind stets Pöbel, und 
Architektur wird stets ohne Ursache zerstört.” 
Die wahrhaftige Verehrung der alten Kunst, die aus den glühenden 
Worten des großen Kunstpropheten spricht, lebt auch in uns. Dies wird von 
unseren Gegnern mit Vorliebe bestritten, wohl deshalb, weil sie, erstarrt in 
einer ungerechten, konventionellen Art der Kunstbetrachtung, ein wirkliches 
persönliches Verhältnis zur Kunst selbst nicht besitzen und sich somit auch bei 
anderen nicht vorstellen können. 
Im Großherzogtum Baden spielt jetzt eine Angelegenheit, die ein gutes 
Vergleichsfaktum zum vorliegenden Falle bildet. Angeregt durch ein Komitee, 
das vorwiegend aus Laien besteht, geht die badische Regierung daran, den Otto 
Heinrichs'Bau des Heidelberger Schlosses in den ursprünglichen Bauzustand zu 
versetzen. Glücklicherweise hat sich sofort ein Komitee gebildet, das Protest' 
kundgebungen gegen diesen Kunstfrevel sammelt. Der Protest trägt bereits 
Tausende von Unterschriften, darunter die der größten Künstler aller Nationen 
Europas. 
Wie kommt es doch, daß gerade immer jene Personen und Kreise, die 
die neue Kunst perhorreszieren, so eifrig dabei sind, uns auch der alten zu be' 
rauben durch ihre Restaurierungen und Adaptierungen? Denn der Fall, der uns 
veranlaßt, Eure Exzellenz um Entgegennahme dieser Vorstellung zu bitten, ist 
ja kein vereinzelter. Was wird seit Jahren schon an der Stephanskirche gesündigt? 
Wie erging es der Kirche Maria am Gestade, dem Hotel Munsch, der Drei' 
faltigkeitssäule auf dem Graben, der Heiligenkreuzer Kirche. Wie sieht die 
Technik heute aus! Selbst über der Karlskirche, die infolge der Straßen' 
regulierungen leider ohnehin immer mehr in den Boden versinkt, schwebt das 
Damoklesschwert einer „Renovierung”. Die Tage des Ministerpalais in der 
Wipplingerstraße und des alten Rathauses sind gezählt und das dem heutigen 
Finanzministerium benachbarte Zinshaus springt um einen Meter weit vor 
dasselbe vor, damit die beabsichtigte Niederreißung des Palais andeutend. 
Durchwandert man London oder Paris, so findet man gotische und Renaissance' 
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