sinnlose und
schematische
Anwendun=
gen mag die=
ser Witz am
Platze sein.
Nichtsdesto=
weniger hat
die Entdek=
kung dieser
Linie (d. h. die Entdeckung ihrer ornamentalen Verwend=
barkeit) den lastenden Bann der Rokoko =Tradition erst
endgültig gesprengt. Bis dahin konnte man vom Rokoko
nicht loskommen, weil man ihm nichts Positives entgegen=
zusetzen hatte. Unwillkürlich sah man sich immer wieder
zu Kompromißlichkeiten gedrängt. Aus purer Verzweiflung
war man schon so weit gelangt, die völlige Ornamentlosig=
keit als Allheilmittel zu proklamieren. Aber dieser Puri=
tanismus konnte unmöglich die Erlösung bringen. Er
wirkte zwar säubernd und reinigend und war, nach dem
vorausgegangenen gedankenlosen und
schwächlichen Schwulst, gewissermaßen
die Wiederherstellung der gesunden Ver=
nunft und ruhigen Kraft. Aber er blieb
nüchtern, starr und englisch. Er war in
sich selber ein testimonium paupertatis.
Ihm fehlte = der Schwung! Und eben
der Schwung ist es, der mit der neuen
Linienkunst zurückkehrte. Im wörtlich=
115