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MAK

Full text : Jahrgang 5 (1902) (Heft 7)

sten,  eigentlichsten
Sinne.  Denn  jene
Linie,  die  die  Entfesselung
  brachte,
wirkt  wie  ein  geschwungenes
  Lasso.
  Sie  ist  gleichsam
  ein  Zickzack  in
Kurven,  mit  weitem
energischen  Bogenanlauf
  und  kraftvoller
  Zurückbiegung.
  Ihr  ganzes
Wesen  ist  schnellende
  Bewegung.
Deshalb  mochte  es
wohl  auch  erlaubt
sein,  an  den  Serpentinentanz
  bei  ihr  zu
erinnern.  „Gleichwie
  bei  der  Loie
Füller  die  Saumlinie
  des  Kleides
wogt  und  flattert,
so  wogt  und  biegt
sich,  schwillt  und
sinkt  in  der  modernen
  Ornamentik
jene  schlangenhaft

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gleitende,  unfaßbar
vorüberschwindende,
  bloß  durch  ihren
Rhythmus  gehaltene
  Linie.”  Etwas
Jauchzendes,  Bakchantisches
  bebt
durch  diese  Linie.
Sie  ist  gleichsam
das  neu  erwachte
Urphänomen  der
Linie  überhaupt.
Man  könnte  ein  Gedicht
  schreiben  von
der  Gefangenschaft
der  Linie,  von  ihrer
Verkrüppelung  und
Verschnipp  elung,  ©
ihrer  Kasteiung  und
Abtötung  und  von
ihrer  jubelnden  Befreiung
  und  Wiedergeburt:
  Wie  sie
sich  gleichsam  leise
zu  fühlen  beginnt;
wie  sie  sich  probeweise
  elastisch
streckt;  wie  sie
dann  mit  einemmal
            
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