er nun wieder in eigener Weise. Es wird eine freie rhyth=
mische Lyrik daraus; eine Lyrik, die unwillkürlich zur
Monumentalität drängt. Es ist bezeichnend für ihn, daß er
eigentlich nur oder hauptsächlich folgende Erscheinungen
kennt und immer zu ihnen zurückkehrt: Meer, Himmel,
Weib und Jüngling. Und allen diesen ist das gemeinsam,
was Hofmann kennzeichnet: die unbewußte Unendlichkeit
in der ruhenden Erscheinung. Ruhe gibt Hofmann überall;
auch in der Bewegung schlummert noch diese Ruhe und sie
wird bald dahin zurückkehren; und in diesem seltsamen, un=
aufgeklärten Geheimnis steigert Hofmann sein Können zu
einer Monumentalität, die deshalb so zwingend ist, weil ihr
jede Absicht fernliegt. Es ist die Monumentalität der Sonne,
die in unheimlicher Ruhe ihren Weg geht und verschwindet,
in sich selbst vollendet, ohne einen Blick nach rückwärts zu
werfen. 0©0
© Und so scheint bei Hofmann alles durch sich selbst da zu
sein und für sich selbst zu leben, in einem ewigen, nie um=
grenzten Kreise; diese strahlenden Farben,diese unendlichen
Linien, deren Vereinigung sich zu so unbewußter, keuscher
Monumentalität steigert, sie scheinen ihren Schöpfer ver=
gessen zu haben und da zu sein, ohne Rechenschaft, ohne
jedes quälende Warum, ohne Bewußtsein. In dieser Vollen=
düng steht Hofmann einzig da; nur mit einer Kunst berührt
er sich da, mit der modernen Lyrik, deren Sinn zu einem
Teile ebenso ist: Reinheit und Keuschheit der Empfindung,
strahlende Farbe, unendliche Linie und unbewußte, ruhende
Monumentalität. . ©00
© Wie jenes Bild es zeigt: ein blaues Meer; ein gelber
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