daß sie alle von einander wieder ihre Distanz haben. Das
Streben ist bei ihnen im Grunde das gleiche und ihre Werke
üben auch den gleichen Zauber aus, diesen stillen, abgeson=
derten Reiz, der sich um die Außenwelt nicht kümmert.
Aber Feuerbach ist nicht so monumental, nicht sorein, nicht
so befreit, auch nicht so schwer und wuchtend wie Marees
und Marees wiederum nicht so leuchtend, nicht so jubelnd,
nicht so farbig, nicht so schillernd wie Hofmann. 000
© In jüngster Zeit waren Bilder von Hofmann zu sehen,
die merkwürdig anmuteten. Sie mußten = so schloß man
wohl = in früheren Jahren entstanden sein und gerade da=
durch riefen sie ein besonderes Interesse wach, daß sie
dann den Weg ungefähr bezeichneten, den Hofmann ging.
Die Jahreszahlen fehlten = es können auch neue Sachen
gewesen sein. Dann ist Hofmann neuerdings andere, peue
Wege gegangen. Diese kleinen Werke zeigten eine ganz
andere Physiognomie als die, die Hofmann sonst zeigt. Sie
sind Vorstudien gleichsam. Von derselben Empfindung ge=
tragen, trennen sie sich doch von dem sonstigen Schaffen.
Die Farbe ist zurückhaltender, unentschiedener; es könnten
Jugendwerke sein. © © ©
© Es sind, wie gesagt, ganz kleine Bilder, einfache Mo=
tive, ohne jede Stilisierung. Wolken spiegeln sich an einer
stillen Küste beim Scheine des Mondes im Wasser, dessen
Spiegel den Horizont säumt; ein warmer, glitzernder,
silberner Ton liegt über dem Ganzen; ein zarter, nur selten
sichtbarer Streifen liegt = kaum angedeutet = über das
Wasser hin. ©©©
© Oder: beim Abendschein, im Herbst, sitzt ein Mann auf
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