nützen, auf dem kürzesten, einfachsten, durch keinerlei Zwischenmittel
beengten Wege zu leiten, dieß allein kann das Ziel des Unterrichtes seyn.
Daß die bisher in Übung gewesene Lehrmethode diesen Prinzipien nicht
entspricht, dürfte wohl kaum geläugnet werden. Einen Beweis dafür (und
es dürfte leicht werden, hundert ähnliche aufzufinden) glaube ich eben in
der Darlegung meiner eigenen Laufbahn gegeben zu haben. Wie spät ge
langte ich zu Erkenntniß der Wahrheit, wie lange, nachdem die Zeit der
Jugend, die Kraftperiode des Schaffens und Bildens, in einer langen Reihe
von Irrthümern, fruchtlosen Versuchen und verwerflichen Bestrebungen
verstrichen war, und selbst da mußte nur ein Zufall mich die Wahrheit er
kennen lassen. Wie manches Talent, wie viel schöner Beruf dürfte nicht
vielleicht ungekannt und ungewürdigt untergehen, vergebens auf den Zu
fall harrend, der das Rechte zeigt? Betrachte ich dagegen die künstlerische,
freudige, kräftige Entwicklung jener jungen Leute, welche auf dem Wege
meiner Lehrmethode den Elementar-Unterricht empfingen; sehe ich, wie
sie schon nach wenigen Monaten auf einer Stufe der Erkenntniß und der
technischen Befähigung stehen, auf welche ich und so viele meiner Kunst-
und Studiengenossen erst nach jahrelangem Irren in dunklen Labyrinthen
gelangten, dann fühle ich in Erwägung dieses Kontrastes, es sey mir eine
heilige Pflicht, in dieser Richtung den Weg zu bahnen, den Strahl des
Lichtes zu verbreiten, unbekümmert, ob auch manches Auge dadurch ge
blendet werden möge.