© DIE XVI. AUSSTELLUNG UNSERER
VEREINIGUNG ist Samstag den 17. Januar 1903
eröffnet worden. Sie macht sich zur Aufgabe zu
zeigen, wie sich jene große Kunstbewegung, die
unsere jüngste Vergangenheit so stark beherrscht
hat und die wir mit dem Namen „Impressionis
mus” zu bezeichnen pflegen, auf dem Gebiete
der Malerei und der Plastik entwickelt hat. ©
© Maßgebend für die Veranstaltung dieser Aus
stellung, die naturgemäß mehr Rückblicke in die
Vergangenheit als Ausblicke in die Zukunft bie
tet, war dem Arbeitsausschuß die Erwägung, daß
sich auch in der bildenden Kunst alle Entwicklung
aus Aktion und Reaktion zusammensetzt, daß
die genaue Kenntnis der einen das Verständnis
der anderen erleichtert, daß somit eine Revue
über das Werk des Impressionismus vielleicht
geeignet ist, den Sinn für die Bestrebungen der
Jetztzeit zu wecken und dem Publikum zu zeigen,
was an der modernen Kunst als Fortentwicklung
der soeben klassisch gewordenen und was als
Gegenbewegung gegen sie aufzufassen sei. ©
© Während der Dauer dieser Ausstellung wird
der Arbeitsausschuß eine Reihe von Vorträgen
über die Entwicklung des Impressionismus ver
anstalten. Die genauere Kenntnis seiner Ge
schichte wird gleichfalls zu lehrreichen Ver
gleichen mit dem Verhalten der Öffentlichkeit zu
den heutigen Kunstbestrebungen Anlaß geben.
„Impressionist,” so sagt Meier-Graefe in seiner
Abhandlung, die den Besuchern der Ausstellung
nebst dem Katalog eingehändigt wird, „war zu
erst ein Spottname, den man der Gruppe Maler
gab, die aus dem ,Salon’ verbannt wurde, weil
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Plakat von
Alfred Holler OM.