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MAK

Full text : Jahrgang 6 (1903) (Heft 5)

sehe,  als  wäre  es  schnell,  fast  ohne  Anstrengung,  ja  mit  größter  Leichtigkeit
hingeworfen  =  der  Wahrheit  zum  Trotz  .  .  .  Nützlich  und  gut  und  ein
Gnadengeschenk  des  Ewigen  ist  es,  mit  Leichtigkeit  und  Schnelle  arbeiten
zu  können  und  das,  was  ein  anderer  in  vielen  Tagen  erledigt,  in  wenig
Stunden  zu  vollenden.  Sonst  hätte  Pausias  aus  Sykion  sich  nicht  so  bestrebt,
in  einem  Tage  das  Bild  eines  Kindes  in  höchster  Vollkommenheit  aufseine
Tafel  zu  bringen.  Wenn  nämlich  einer,  obwohl  er  rasch  malt,  dennoch  nicht
aufhört,  ebensogut  zu  malen  wie  der,  welcher  langsam  arbeitet,  so  verdient
er  weit  höheres  Lob.”  (Michel  Angelo.)  =  =  ©0©
©  Von  den  Bildern  des  Velasquez  sagte  Mengs,  sie  seien  mit  dem  bloßen
Willen  gemalt.  =  Diese  wirkliche  oder  scheinbare  Mühelosigkeit  erzeugt
=  wie  Knille  sagt  =  ein  Gefühl  des  Behagens.  =  =  ©  ©  ©
©  „Un  tableau  est  acheve  lorsque  toute  trace  des  moyens  employes  pour
obtenir  le  resultat  a  disparu.”  (Whistler.)  Goethe  sagte  sogar:  „Das  Werk
eines  großen  Künstlers  ist  in  jedem  Zustand  fertig.”  =  =  ©0©
©  Shiu-zan,  ein  japanischer  Kunstkenner,  schrieb  1771:  „Es  ist  der  Fehler
der  Fremden  (europäischen  Gemälde),  daß  sie  sich  so  tief  in  die  Wirklichkeit ­
  versenken  und  daher  viele  Einzelheiten  zeigen,  die  besser  unterdrückt ­
  werden.”  =  =  ©Q©
©  Als  Manet  einst  ein  minutiös  genaues  Bildchen  aus  der  Fortunyschule
sah,  da  hatte  er  nur  die  Worte:  „et  dire  que  c’est  fait  ä  la  main.”  @@
©  Goethe  sagte  in  den  Propyläen,  daß  der  Mensch  der  höchste,  ja  der
eigentlichste  Gegenstand  der  Malerei  sei.  =  =  ©0©
©  Whistler  sagt:  „Das  Gegenteil  von  Kunst'  ist  die  Art  der  Malerei,  die
sich  durch  stofflichen  Inhalt  in  den  Dienst  des  Philistertums  stellt.”  ©©
©  Nietzsche  (Ehrliches  Malertum  236):  „Die  schwerste  und  letzte  Aufgabe ­
  des  Künstlers  ist  die  Darstellung  des  Gleichbleibenden,  in  sich  Ruhenden, ­
  Stolzen,  Einfachen,  vom  Einzelreiz  weit  Absehenden.”  Darum
sieht  er  in  Phidias  den  genialsten  Künstler.  =  —  ©  ©  ©
©  „Ich  komme  mir  manchmal  vor  =  sagte  Felicien  Rops  zu  Mirbeau  =
wie  ein  fabelhaftes  Wesen,  das  der  Teufel  geschwängert  hat;  ich  fühle
Tausend  Ungeheuer  in  mir  ihr  verruchtes  Wesen  treiben  und  dieses  Zeug
muß  ich  mit  Güte  oder  mit  Gewalt  aus  mir  herausschaffen  =  ou  j’y
creverais.”  =  =  V.  S.

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