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innerhalb der Grenzlinien der Zeichnung und keine andere in der Welt. 
Deshalb konnte er fünf oder sechsmal im Laufe von ebensoviel Jahren 
seine Manier wechseln, konnte den Eindruck machen, als ob er sich 
während dieser Zeit sehr viel mit trivialen Vorwürfen beschäftigt hätte, 
und sich doch dabei völlig eine Originalität bewahren, die in der höchsten 
Schönheit und absoluten Sicherheit der Zeichnung lag. © © © 
© Es war eine Zeitlang die irrige Meinung verbreitet, daß Beardsley nicht 
zeichnen könne. Er hatte aber nie die Absicht, die Linien des mensch 
lichen Körpers so wiederzugeben, wie sie waren; und tatsächlich ist eine 
seiner letzten Zeichnungen = ein Initial zu Volpone = wohl die erste, in 
welcher er den nackten Körper realistisch wiedergegeben hat. Aber mit 
außerordentlichem Geschick verstand er eines = und das ist doch schließ 
lich das wesentlichste, er verstand die Linie zu zwingen, genau das zu 
tun, was er von ihr wollte: die Vorstellung von der Form auszudrücken, 
die er ausdrücken wollte; und das ist’s, was der Alltagszeichner nicht 
kann. Der Alltagszeichner, wie jeder Akademieschüler, wird Linien zeich 
nen, die die Umrisse des menschlichen Körpers genau wiedergeben; aber 
all ihre Zeichenkunst wird diese Linie nicht zu uns sprechen lassen, wird 
sie nie so ausdrucksvoll machen können, wie es z. B. in jenem kleinen, 
schlaffen Körper geschehen ist, den ein Satyr und ein Pierrot in einen 
Puderbüchsensarg legen = die Schlußvignette der Salome. © © © 
© Und dann darf man eines nicht vergessen: Beardsley war ein deko 
rativer Künstler und nichts anderes. Fast von Anfang an stilisierte er. Er 
setzte sich in den Kopf, nur Flächenmuster zu sehen. Indem er mit freier 
Hand nahm, was ihm die Japaner geben konnten, jene Befreiung von den 
Fesseln dessen, was wir Wirklichkeit nennen, die dem einen aus tiefster 
Vergeistigung, dem andern aus einem so starken Bewußtsein der Wirk 
lichkeitsform kommt, daß sie abstrakt wird, formte er sich eine neue Welt 
in seinem Innern, als wenn diese überhaupt erst existierte, seitdem er sie 
so umgeschaffen, ja bevor er sie schwarz auf Weiß oder weiß auf Schwarz 
dargestellt hatte. Er arbeitete, wie jeder dekorative Künstler es tun muß, in 
Symbolen, die ebenso willkürlich, ebenso feststehend wie die Felder des 
Schachbrettes waren, und er fegte dabei die unzusammengehörigsten Dinge 
von der Welt in seine Flächenkompositionen hinein, indem er sie durch 
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