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sein heißt immer, teils im Recht, teils im Unrecht sein. Der Wunsch des 
epater le bourgeois ist ein natürlicher und führt, obgleich er nicht viel mit 
der Kernfrage des Schaffens zu tun hat, nicht notwendigerweise in die Irre. 
Das große Publikum hat natürlich keine Ahnung davon, warum es heute 
das Richtige und gestern das Falsche bewunderte. Aber es ist zu be 
denken, daß man, wenn man den Diener schilt, auch die Herrschaft be 
leidigt. Beardsley hatte nicht einmal das Verständnis für Achtung; das 
war eine von seinen Unzulänglichkeiten. Und diese Unzulänglichkeit war 
verhängnisvoll, weil sie seinen Vervollkommnungsdrang beschränkte. 
Trotzdem er die Macht besaß, Schönheit zu schaffen, die immer eine reine 
Schönheit sein sollte, wandte er sich nur zu oft einer niedrigeren Sorte von 
Schönheit zu, der Schönheit der bloßen Technik innerhalb einer nichts 
sagenden trivialen oder grotesken Komposition. © © © 
© Er dachte: Ich kann alles, was ich will, es gibt nichts, was ich nicht 
könnte, wenn ich wollte. Aber warum sollte ich bares Geld geben, wenn 
ein Wechsel es auch tut? Ich kann zahlen, wenn Geld verlangt wird. Er 
gab sich mit dem zufrieden, was Aufsehen erregte, er führte es zwar mit 
äußerster Sorgfalt aus und war aufrichtig gegen sich selbst dabei, aber er 
tat es mit jenem Mangel an Ehrfurcht für wahrhafte Größe, die eine der 
bezeichnendsten Gründe für die Unfruchtbarkeit unserer Zeit ist. © © 
© Man hat etwas oberflächlich einem großen Teile der französischen 
modernen Kunst und der Kunst, die irgendwie mit dem modernen Frank 
reich in Zusammenhang zu stehen scheint, das Beiwort Fin de sifecle ge 
geben. Aus der großen Kunst eines Manet, der ernsten Kunst eines Degas, 
der feinsinnigen Kunst eines Whistler heraus, die alle auf so verschiedene 
Weise modern sind, ist eine neue Kunst geboren worden, sehr modern 
zwar, aber sehr weit entfernt von großer, ernster oder wirklich fein 
sinniger Kunst. Sie hat ihr Feld hauptsächlich im „Courrier Francais”, im 
„Gil Blas illustre” und auf der Anschlagsäule gehabt. Man kann diese ganze 
Kunst (und für die Kunst des Plakats trifft dies sicherlich zu) als Kunst 
für die Straße bezeichnen, gemacht für Leute, die es eilig haben. Sie tritt 
in Wettbewerb mit den Zeitungen und dem Varietetheater, sie macht sich 
halb verächtlich populär und trotz wirklicher Verdienste und trotz eines 
gewissen Maßes guter Absicht sieht sie sich gezwungen, nach scharfen,
	        
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