es müßte denn ein Werk der alten Zeit sein. Überall eine Verunstaltung
der Antike. Die prärafaelitische Kunst, welche diese Tendenz zeigt, hat
uns überfallen, nachdem sie in England ausgetobt hat. ©©©
© „Erinnern Sie sich an die Ausstellung von Sevres und die der Gobe
lins auf der Weltausstellung! ©©©
© „Man muß zur Wirklichkeit, zum Leben, zur Natur zurückkehren. Dies
gilt ebenso für die Maler wie für die Bildhauer. Im Grunde genommen
gibt es nur eine Kunst. Die Malerei und Plastik sind durch eine einzige
Kunst vereint, die Kunst des Zeichnens. © © ©
© „Die Natur bietet ein Beobachtungsfeld, genug groß, genug abwechs
lungsreich, daß alle wirklich starken Temperamente sie interpretieren
können mit den Mitteln, die ihnen gegeben sind: dem Ton oder der Palette.
© „Und zum Schluß: ,Nieder mit den Schulen, auf zur Natur.’ Dies ist
die Formel für den Fortschritt in der Kunst.” ©©©
© C. Meunier: „Sie setzen mich in ziemliche Verlegenheit, wenn ich auf
die Fragen antworten soll, mit welchen Sie mich beehren, da ich mich nie
mit diesem Thema beschäftigt habe. Die Plastik ist ihrem Wesen nach vor
allem eine monumentale Kunst, nach meiner Meinung weit entfernt von
dem Endzweck des Bildes. Indessen glaube ich nicht, daß es in diesen
Fragen unerschütterliche Regeln gibt. In der Kunst ist es die Hauptsache,
zu einer Intensität des Ausdruckes zu gelangen, welche imponiert, und
zwar mit jedem beliebigen Mittel.” ©©©
© M. Bartholome: „Die Frage, welche Sie mir stellen, verdiente eine
sehr lange Antwort. Sie citieren mir Baudelaire. Hat er nicht irgendwo
geschrieben: ,Die Plastik ist die Kunst der Karaiben?’ Ich bewundere
aufrichtig Baudelaire; wenn er aber von Plastik spricht, ist er mir ein
wenig verdächtig. Wenn er sagt: = Vergeblich bemüht sich die Plastik,
de se mettre ä un point de vue unique = macht er mit einem zu leicht
sinnigen Federstrich das Bas- und Hochrelief unmöglich, welchen beiden
wir so viele antike Meisterwerke verdanken sowie die Arbeit von Rüde,
welche vielleicht das größte Meisterwerk der modernen Plastik ist. Folg
lich ist er im Irrtum. Er irrt sich, wenn er sehr zutreffenderweise konsta
tiert, wie große Veränderungen die Plastik durch verschiedene Beleuch
tungen erleiden kann, und dem Bilde eine Unveränderlichkeit zusichert,
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