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© „28. Mai 1504.” = „ . . . Desgleichen haben die genannten Signori 
beschlossen, daß die Marmorstatue des Giganten, so gegenwärtig auf deren 
Piazza steht, gestellt und gesetzt werde auf jenen Ort, wo jetzt die Erz 
statue Judith ist, vor dem Tore ihres Palastes, und daß jene Judith von 
dort entfernt werde. Ebenso haben sie beschlossen, daß aufgetragen werde 
den ehrenfesten Operai der Bauhütte von Santa Maria del Fiore in Florenz, 
daß sie, so schnell es geschehen kann, jedoch auf Kosten und zu Lasten 
besagter Bauhütte, bestelle und zu Verfügung stelle Meister und Hand 
langer und Rüstzeug und alles sonst Geeignete an Menschen und Dingen, 
um zu führen und aufzustellen die Marmorstatue, die auf der Piazza ist, 
zu dem Platz, beziehungsweise auf den Platz, wo sie aufgestellt wer 
den soll.” ©©© 
© Welche Beratung zu folgendem Erlasse führt: „MDI V, 2g. maii” = 
„Von Seiten der durchlauchtigen und erhabenen Signori, der Herren Prio- 
ren etc. etc. wird befohlen: Euch, den ehrenfesten Operai der Bauhütte 
von Santa Maria del Fiore in Florenz, daß, so schnell es sich machen läßt, 
auf Kosten genannter Bauhütte, Ihr anordnet und beistellt Meister und 
Handlanger und jegliche sonstige Sache, so nützlich ist um fortzuführen 
und wegzubringen die Statue aus Marmor des Giganten, die gegenwärtig 
auf ihrer Piazza ist, und nach jenem Ort, auf den sie gebracht werden soll.” 
© Der gute Apotheker Luca Landucci, der überall dabei ist und alles 
aufs genaueste weiß, erzählt den Transport in seinem Tagebuch wie folgt: 
„Und am 14. Tage des Mai zog man aus der Opera den marmornen Gi 
ganten; er kam heraus um 24 Uhr, und wurde über dem Tor von der 
Mauer soviel weggebrochen, daß er heraus konnte. Und in dieser Nacht 
wurden gewisse Steine nach dem Giganten geworfen, um Schaden anzu 
richten; man mußte des Nachts Wache halten. Und ging sehr langsam 
vorwärts, so aufrecht festgebunden, daß er schwebte, daß er mit den Füßen 
nicht berührte; mit sehr starkem Gerüst und großem Scharfsinn; und 
mühte sich 4 Tage, um auf die Piazza zu gelangen, kam am 18. um 12 Uhr 
an: hatte mehr als 40 Mann, um ihn gehen zu machen; hatte unter sich 
14 geölte Balken und die sich von Hand zu Hand weiter bewegten. Und 
man mühte sich bis zum 8. Tage des Juni 1504, um ihn auf die Ringhiera 
(eigentlich „Geländer”, hier „Rednertribüne”) zu setzen, wo die Judith war, 
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