VER
J.Auohentaller
Placatentwurf.
BUNTE Bilder
sind für unsere Kin
der wünschenswert.
Wir können uns hier
auf unsere eigenen
Erfahrungen beru-
fen.Weichen Genuss
hat uns allen in der
Jugend ein Bild mit
schönen Farben ge
macht! Es kam aber
bald eine Zeit, wo
man uns Bilder mit
ganz matten oder
gar keiner Farbe bot.
Man wollte unserer
Phantasie, die sich
das nun alles selbst
bunt ausmalen sollte,
freien Spielraum las
sen. Man wollte un
sere Selbstthätigkeit
fördern. Die klugen
Leute! Auf solche Art
entwöhnte man uns
von der Farbe. Wir
lernten sie als etwas
ganz Äusserliches,
Nebensächliches
übersehen. Unser
Auge übte sichi n kal
ten Formabstractio-
nen. Nur durch ganz
absichtliche Selbster
ziehung, zu der uns
die moderne Kunst
den stärksten Antrieb gab, sind wir Erwachsenen wieder
dahin gekommen, frei und gerade auf das wundervolle
Kleid dieser Welt zu schauen und mit durstigen Augen den
Labetrunk der Farbe zu gemessen. Müssen wir nun wirk
lich durch hyperkluge pädagogische Massnahmen den
Kindern die Freude an den bunten Bildern verderben?
Sollten wir nicht lieber den angeborenen Sinn für die Farbe
üben und läutern und durch die Gewährung wirklich
guter von Künstlern
hergestellter Bilder
für die Zukunft den
Grund legen zu rech
tem Kunstgenuss?
Die farbige Lithogra
phie, die, wenn nicht
alle Anzeichen trü
gen, heute einer Blüte
entgegengeht, ist die
geeignetste Technik,
die unsere junge Ge
neration mit lebendi
ger Kunst umgeben
kann. Mit wenigen,
resoluten, nach fein
stem Geschmack ge
wählten Farben, de
ren nicht zu kleine
Flächen von Linien
begrenzt sind, wie sie
nur die Künstlerhand
führen kann, müss
ten solche Bilder zu
gleich starke und
feine Eindrücke ge
währenkönnen. Nur
keine minutiösen
F arbenabtönungen,
nur keine verblüf
fende Buntscheckig-
keit!
Die Stoffgebiete,
die behandelt werden
können, sind schier
unerschöpflich. Im
Vordergründe stehen solche Dinge, die dem Anschauungs
kreise des Kindes nahe sind, damit es vergleichen kann
zwischen Darstellung und Dargestelltem, also insbesondere
Bilder aus dem Leben und der Natur der Heimat s Blu
men, Früchte — realistisch oder decorativ erfasst Thiere,
die Jahreszeiten, Arbeit und Spiel, Geschichte und Märchen.
Manche dieser Bilder könnten zugleich als Lehrmittel
dienen. Umgekehrt könnten auch manche Lehrmittel zum
5CHWARZ und BRAUN
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