MAK
Gez.vonH. 
Schwaiger. 
VER SACRU 
/E 
Buchschmuck für 
S. gez. v. Kolc 
dabei auf einer weltmännisch breiten Anschauung des 
zeitgenössischen Lebens stehend, die ihn wiederum von 
ihnen unterscheidet. Hat er in den fluchtigen Augen 
blicksbildern der Grossstadt („Hamburger Hafen“) die 
trübe Stimmung eines Regentages erfasst,=wo den schwar 
zen Fabrikschloten der Qualm träger als sonst entsteigt 
und die Schiffspfeifen der Schleppdampfer die feuchte At 
mosphäre schrill durchzittern = so folgen wir gerne dem 
Waidmann auf die „Hühnerjagd“ und in ländliche Ruhe, 
wo der Einzelmensch genesen kann von der ewigen Span 
nung der Nerven. ,,Ährenleserinnen“, ,,Schnitter zeigen 
diese wiedergewonnene Stimmung der Ruhe in ländlicher 
Arbeit. Es ist, als habe der Künstler selbst das Bedürfnis, 
der Grossstadtluft mit ihrem unaufhörlichen Hochdruck 
zu entfliehen, draussen auf dem Acker Zwiesprache mit 
der Natur zu halten und seine tausend halben Eindrücke 
und Empfindungen einmal ganz ausklingen zu lassen. 
Eine selten starke Individualität ist E. R. WEISS, 
von dem auch der später zu besprechende Buchschmuck 
des Kataloges herrührt und auf dessen ausgestellte origi 
nelle Vignetten, Leisten und Vorsatzpapiere wir 
besonders hinweisen wollen. Seine düstere Radie 
rung „Der Wanderer“ verräth eine an Beethoven 
gemahnende Phantasie und Leidenschaft. Alles ist 
tief empfunden und wuchtig zum Ausdruck ge 
bracht, so dassWeiss als die geschlossenste Persön 
lichkeit unter den Karlsruhern erscheinen könnte, ständen 
ihm nicht die meisten übrigen in fast ebenbürtiger Selbst 
ständigkeit gegenüber. HANS RICHARD v. VOLK 
MANN, KARL HOFF, HEINRICH HEYNE, WIL 
HELM WULFF, GUSTAV KAMPMANN und WAL 
TER CONZ sind Künstler, die alle die Natur mit ihren 
eigenen Augen ansehen und sie in grossen Zügen packen. 
Ihre Kunst ist durch und durch männlich, ehrlich und wahr; 
ihnen reihen sich die vortrefflichen Lithographien und 
Zeichnungen von FRANZ HEIN, KALLMORGEN, 
OTTO FIKENTSCHER und anderen an; um die Na 
mensaufzählung zu vermeiden, sei nur auf den Katalog 
hingewiesen. Fast hätte ich PÖTZELBERGERvergessen, 
dessen Aquarell „Feierabend“ an Stimmung und colori- 
stischer Kraft zu den pieces de resistance der Ausstellung 
gehörte, wenn man bei der Fülle von Gutem überhaupt 
einen solchen Ausdruck gebrauchen darf. Auch FRANZ 
HOCH s „Perugia“, eine Abendstimmung in leuchtenden 
Goldtönen, darf nicht unerwähnt bleiben, besonders da 
solche Dinge leider immer noch Caviar fürs Volk zu sein 
scheinen. 
Unter der Ausstellung im Aquarellisten-Club 
ragten aus dem „ j uste milieu“mehrere interessante 
Arbeiten von Auswärtigen hervor, darunter zwei 
WORPSWEDER (Hans am Ende und Moder 
sohn), sowie ARTURO RIETTI mit seinen 
Buchschmuck für V. S. 
gez. von Kolo Moser.
	        
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