MAK
^ OHNUNGSKKJMST 
FACHZEITSCHRIFT FÜR HAUSBAU 
NNENAUSTATTUHG, KUNSTGEWERBE, 
UND VER.'WANDTE GEBIETE. 
SCHRlFTEEirUHC ARCH. PROF. FFRD. FFEFNSR-FFl^DFCO 
REDAKTION- UND VKRU^C' WIEN H/i^TROHC^ÄeIO, 
Die „WOHNUNGSKUNST“ erscheint alle vierzehn Tage in zwei Ausgaben: a) LUXUSAUSGABE auf Kunstdruckpapier zum 
Preise von 72 Kronen für 24 Hefte / b) EXPORTAUSGABE auf Illustrationsdruckpapier, welche ständig und turnusweise 
an sämtliche Interessenten des Inlandes und hauptsächlich an jene des Auslandes kostenfrei versendet wird. Der Bezugspreis 
für 24 Hefte (ein Jahr) der EXPORTAUSGABE ist 48 Kronen. 
Konto bei der Verkehrsbank Wien, Filiale Stubenring / Konto bei der deutschösterreichischen Postsparkassa Nr. 184.954. 
Nachdruck sämtlicher Beiträge und Illustrationen einschließlich der Inserate ohne Bewilligung der Sehriftleitung verboten. 
Copyright 1919 by Verlag „WOHNUNGSKUNST“ in Wien. 
JAHRGANG 1919 WIEN, MITTE OKTOBER 1919 HEFT 1 
ZUR EINFÜHRUNG 
QCHON in den Einladungsschreiben an unsere künftigen Mitarbeiter und Förderer haben wir darauf 
^ hingewiesen, daß eine Fachzeitung, die das weite Gebiet der WOHNUNGSKUNST umfaßt, bisher in 
Deutschösterreich nicht erschienen ist. Wir hoffen und wünschen deshalb, daß unsere Kunstgewerbe' 
treibenden und 'Industriellen einer solchen Fachzeitschrift die Möglichkeit geben werden, ein wirksames 
Mittel zur Hebung des Ansehens und der Leistungsfähigkeit unserer heimischen Industrie und des Kunst- 
handwerks im Inlande, wie auch im Auslande zu sein. 
Im Inlande wollen wir unablässig das Publikum in Wort und Bild auf die Güte und Gediegenheit 
unserer ArbeitS' und Industrieerzeugnisse hinweisen, draußen muß der AUSLANDSMARKT in groß' 
zügiger und weitschauender Weise erkämpft werden. Daß bei dem gegenwärtigen Tiefstand unseres 
inneren Wirtschaftslebens jede Art von künstlerischer Bestrebung auf gewerblichem und industriellem 
Gebiete stärker denn jemals zuvor auf die Absatzfähigkeit, den EXPORT, gegründet sein muß, versteht 
sich von selbst. Denn nur auf diesem Wege kann uns augenblicklich Erfolg beschieden sein — Erfolg 
unseres guten Geschmacks, Erfolg der Solidität unserer Arbeit. 
Die Frage der HEBUNG DER ABSATZFÄHIGKEIT IM AUSLANDE IM WEGE DES EX' 
PORTS ist von vitalster Bedeutung für den gegenwärtigen Tiefstand unserer Industrie und Valuta. 
Gestützt auf die ungeteilte Beliebtheit, deren sich das deutschösterreichische, speziell Wiener Kunsthandwerk 
im Ausland erfreut — wir verweisen auf die glänzenden Erfolge der Ausstellungen in Lyon, Mailand, 
Paris, Köln, Leipzig, Buenos Aires, Bukarest usw. — ist es der HAUPTZWECK UNSERER ZEIT' 
SCHRIFT, DEN EXPORTMARKT DURCH ANBAHNUNG NEUER BEZIEHUNGEN, MITTEL 
LUNGEN ÜBER AUSSCHREIBUNGEN UND LIEFERUNGEN, VERANSTALTUNG VON AUS' 
STELLUNGEN UND MESSEN zu fördern und zu beleben. 
Da der Inlandsmarkt infolge der bis ins Unermeßliche gestiegenen Fabrikationskosten, Löhne, Material' 
preise usw. kaum nennenswerte Erwerbs' und Verdienstmöglichkeiten in sich birgt, WEIST SCHON 
DER SELBSTERHALTUNGSTRIEB AUF DEN WEG INS AUSLAND HIN. 
Unsere Beziehungen zu den maßgebenden Stellen und Behörden lassen die berechtigte Hoffnung zu, 
daß unsere Bestrebungen, der heimischen Industrie und dem Kunstgewerbe dienlich zu sein, von Erfolg 
begleitet sein werden. 
Die derzeit günstige Konjunktur zur Eroberung des Exportmarktes mit fester Hand zu erfassen und 
den Faden internationaler Verbindung wieder da aufzunehmen, wo ihn der Weltkrieg jäh und brutal ab' 
gerissen hat, wird die uns zunächstliegende Aufgabe sein. Ihre Lösung anzubahnen, ist der vornehmste 
Zweck unserer Halbmonatsschrift. 
Das ist, in wenige Worte zusammengefaßt, unser wirtschaftliches Programm. 
Unser künstlerisches Programm aber, um auch dieses Teiles unserer Unternehmung zu gedenken, 
kann naturgemäß kein anderes sein, als das strengster Objektivität gegenüber jedweder künstlerischen 
Richtung, soferne sie nur auf Wertung Anspruch erheben kann. Liegt es doch einerseits an und für sich 
im Wesen einer Zeitschrift, Chronik zu sein, nicht aber Kritik zu üben, und ist doch anderseits eine 
Zeit, wie die unsrige, so reich an den verschiedensten künstlerischen Richtungen und Bestrebungen, daß 
die eine oder andere von ihnen ausschließlich zu pflegen, heute den freiwilligen Verzicht auf die erwünschte 
Mannigfaltigkeit bedeuten würde. Daß diese Toleranz jedoch nicht in volle Gesinnungslosigkeit ausarten 
darf, versteht sich wohl von selbst, und so wird denn der von uns zu beschreitende Weg im wahren Sinne 
des Wortes der goldene Mittelweg sein. 
Keineswegs leicht ist die Aufgabe, die wir uns gestellt haben. Aber die warme Zustimmung von so 
vielen und hervorragenden Persönlichkeiten, die unserer Einladung gleich auf den ersten Ruf gefolgt ist, 
läßt uns mit Recht erhoffen, daß wir diese Aufgabe auch zu erfüllen imstande sein werden. 
Zögern wir also nicht und gehen wir frohgemut ans Werk! 
UNSERE UMFANGREICHE MITARBEITERLISTE 
schon in diesem Hefte zu veröffentlichen, sind wir wegen Raummangels außerstande. Sie wird in einem der nächstfolgenden 
Hefte nachgetragen werden.
	        
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