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Die „BAU- UND WOHNUNGSKUNST“ („ÖSTERREICHISCHE BAUZEITUNG“ vereinigt mit der „WOHNUNGSKUNST“)
erscheint alle vierzehn Tage in zwei Ausgaben: a) LUXUSAUSGABE auf Kunstdruckpapier und b) EXPORTAUSGABE
auf Illustrationsdruckpapier, welche ständig und turnusweise an sämtliche Interessenten des Inlandes und hauptsächlich an
jene des Auslandes kostenfrei versendet wird.
Der BEZUGSPREIS für 24 Hefte (ein Jahr) der EXPORTAUSGABE der „BAU- UND WOHNUNGSKUNST“ ist für ÖSTER
REICH und die SUKZESSIONSSTAATEN (mit Ausnahme der Tschecho-Slowtakei) 100 Kronen: für die TSCHECHO-SLO-
WAKÉI 50 tschechische Kronen (Zahlstelle: Haasenstein & Vogler A.-G.. Prag, Ferdinandova 24); für das DEUTSCHE
REICH 50 Mark (Zahlstelle: Haasenstein & Vogler A.-G., Berlin W. 35, Potsdamerstraße 24); für das ÜBRIGE AUSLAND
50 Franken bezw. 50 Schilling (Zahlstelle: HaasenSstein & Vogler A.-G., Zürich I., Bahnhofstraße 58).
BESTELLUNGEN für ABONNEMENTS und INSERATE sind zu senden an den Verlag der „BAU- UND WOHNUNGS
KUNST“ in WIEN, III/i, Strohgasse 10.
Konto bei der Verkehrsbank Wien, Filiale Stubenring / Konto bei der Deutschösterreichischen Postsparkassa Nr. 184,954.
Nachdruck sämtlicher Beiträge und Illustrationen einschließlich der Inserate ohne Bewilligung der Schriftleitung verboten.
Copyright 1920 by FRIEDRICH ERNST HÜBSCH VERLAG in Wien.
XXXVII. JAHRGANG WIEN, MITTE JUNI 1920
HEFT 11
VERBAUUNGSPLAN ZUR WALDSTADT LAINZ BEI WIEN
ENTWORFEN VON BAURAT EUGEN. FASSBENDER.
V UR Milderung der drückenden Wohnungsnot plant?
^ im Jahre 1919 die GEMEINNÜTZIGE AN-
SIEDLUNGS- UND BAUGESELLSCHAFT IN
WIEN unter Leitung des Oberfinanzrates a. D.
Dr. ROBERT GOEBEL die Schaffung einer Garten
stadt zur Errichtung von Heim- und Betriebsstätten
für Invalide und Kriegsheimkehrer, weiters zur Er
richtung von Wohnstätten für Arbeiter, Beamte und
Gewerbetreibende aller Art.
Als Hauptgrundsatz hat zu gelten, daß die Sied
lung ihren Bewohnern ein
naturgemäßes, gesundes
Wohnen und auch Ar
beiten auf dem Lande
biete und im besonderen
auch der nachwachsenden
Jugend eine Gesundheit
und Entwicklung fördernde
Anlage werde. Beim städte
baulichen Entwurf der
Siedlung ist sowohl auf
Zweckmäßigkeit und Billig
keit der Herstellung, als
auf schönheitliche Aus
gestaltung zu achten.
Als Gebiet hiefür wur
de ein Teil des ehemaligen
kaiserlichen LAINZER
TIERGARTENS gewählt,
welcher sich in einer Aus
dehnung von 2576 Hekta
ren westlich von Wien an
den Ausläufern des Wie-
nerwaldes hinzieht. Dieser,
in die Gemeindegebiete von
Wien und Mauer ein
springende Gebietsteil faßt bei, 170 Hektar, ist also
ungefähr der fünfzehnte Teil des großen Tiergartens.
Bis auf einige bereits geschlägerte Flächen ist er fast
durchaus mit hochstämmigen Buchen und Eichen
bewaldet. Eine von einem kleinen Wildbache durch
zogene Senkung von 250 Meter Seehöhe teilt ihn in
eine nördliche und südliche Hälfte, welch beide
Anhöhen bis zu 304 Meter aufweisen und nach
Osten abflachen.
Infolge der Lage und nachdem der Waldcharakter
des Gebietes zu wahren
ist, wird die Siedlung
eigentlich eine WALD
STADT werden.
Nach dem Programme
sind zur Errichtung der
erforderlichen Gebäude
mannigfacher Art Bau
stellen im Ausmaße von
300 bis 800 Quadratmeter,
teilweise auch mehr, anzu
ordnen. Infolge der bedeu
tenden Ausdehnung des
Gebietes ist es möglich,
Wer eine Siedlung zu
schaffen, die an Größe
mancher Landstadt gleich
käme. Aus diesem Grunde
und wegen der entfernten
und abgesonderten Lage
am Rande von Wien
werden für die Siedlung
ausreichende Vorkehrun
gen für Verpflegung und
Verkehr in Bedacht zu
nehmen sein, fast wie für
Architekt Z. V. Franz Torka: Sommerhaus in Kalksbtirg
(Straßenseite).
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