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HEFT 11 
BAU-UND WOHNUNGSKUNST 
SEITE 199 
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m. 
bleiben unter 5 fl /o Steigung, so daß sie sehr bequem 
zu begehen und befahren sind. Nachdem die be 
stehenden Walddurchschläge (Schneisen) meisten 
teils landschaftlich schöne Bilder geben, gewisser 
maßen natürliche Waldstraßen sind, ist auf ihren 
Erhalt zu sehen und wur- 
den sie in das Verkehrs- ^ 
netz einbezogen, insofern 
nicht zu großes Gefälle 
oder andere Umstände da 
gegen sprachen. 
Das gewählte waldreiche 
Gebiet ist (siehe Schichten 
linien des Planes) mehr 
und minder hügelig, steil 
oder sanft geneigt oder 
eben, am Bache zerrissen; 
weiters teils trocken, teils 
grundfeucht. Zur Ver 
bauung ist aber nur ge 
eignetes, also baureifes Ge 
lände, etwa zwei Drittel 
des Gebietes zu nehmen, 
das übrige aber als Wald 
und Wiese zu belassen 
und so zu Grünanlagen zu 
benützen. 
Nach dieser Richtschnur 
ist die VERBAUUNG 
vorzunchmen. Deren An 
ordnung wird im allgemei 
nen demnach die sein, daß 
man auf beiden Gebiets 
hälften vornehmlich die 
ebeneren und gut besonn 
ten Flächen verbaut, wäh 
rend man in der Tal 
senkung beiderseits des 
Baches und auf den stei 
leren Lehnen südlich da 
von zusammenhängende 
Waldbestände mit einge 
streuten Wiesen als „Mit 
telpark“ der Siedlung be 
läßt; desgleichen auch in 
der hochgelegenen Nord 
westecke des Gebietes die 
dortigen Waldbestände als 
„ W olkersbergen-Park“, 
zum Schutze gegen die vor 
herrschenden Nordwest 
winde bestimmt. Eine im 
„Leitenwald“ oben einge 
legte „Waldwicse“ wird 
sehr angenehmen Aufent 
halt bieten. 
Überdies sind weitere 
Grundflächen mit Baum- 
gruppen, Einzelbäumen und Wiesenflächen als Er 
holungsstätten, Sport- und Kinderspielplätze ein 
gestreut, die mit den bestehenden Waldstraßen des 
weiteren zum Waldstadtcharakter beitragen werden; 
dazu sind durchgängig bei allen Gebäuden mehr 
oder minder, tiefe Vorgärten angenommen. 
Für die Verbauung im allgemeinen ist die offene, 
weite Bauweise vorgeschrieben, bei der vornehmlich 
der Flachbau platzzugreifen hat. Der Zweck der 
Siedlung erheischt ein billiges Bauen; aber nicht 
Arch. Z. V. Franz Torka 
einförmig, nicht langweilig sei die Verbauung, son 
dern gleichwie im Straßennetz gerade und gekrümmte 
Verkehrsadern, in Länge und Breite verschieden, 
abzuwechseln haben, so sollen auch die Bauten 
mannigfachster Form sein. Die öffentlichen Bauten 
werden ohnehin je nach 
-0- ihren Zwecken verschieden 
gestaltet sein und die 
Wohngebäude, hauptsäch 
lich Kleinwohnhäuser, er 
forderlichenfalls auch Miet 
häuser und Villen sollen 
verschiedene Typen, so 
einzelne oder zwei- und 
dreifach gekuppelte oder 
Reihenhäuser (einfach oder 
gezahnt) aufweisen. Der 
artig wird die Eintönigkeit 
vermieden und es werden 
fortwährend wechselnde, 
reizvolle Platz- und Stra 
ßenbilder erstehen. 
Jede Siedlung bedarf 
aus praktischen Gründen 
entsprechend verteilter öf 
fentlicher Plätze, die auch 
eine erwünschte Abwechs 
lung in das sonstige Einer 
lei des Straßennetzes brin 
gen. Auch in diesem Falle 
wurden nebst dem Haupt- 
. platze mehrere kleine 
Plätze angeordhet. 
Unter Einhaltung der 
vorstehenden Grundgedan 
ken und Richtlinien ergibt 
der beiliegende Lageplan 
ein abwechslungsreiches, 
lebensvolles Bild, sowohl 
bezüglich des Verkehrs 
netzes als auch der Verbau 
ung. 
Die HYGIENISCHEN 
ANFORDERUNGEN für 
eine gesunde, freundliche 
Wohnstätte der Menschen 
sind reine gesunde Luft, 
reiner unverseuchter Boden, 
reichliche Belichtung der 
Wohn- und Arbeitsräume, 
gutes Trinkwasser und 
ausgiebiger Pflanzenwuchs. 
Diese Grundbedingungen 
sind hier gewährleistet 
durch die vorgeschriebene 
Bauweise und vor allem 
: Sommerhaus. Erdgeschoß. durch die herrliche Lage 
an dem großen Lainzer 
Tiergarten, der weiters für immerwährende Zeiten 
als Naturschutzpark und als gesundheitliches Luft- 
bccken für Wien zu erhalten ist. 
EINZELVORSCHLÄGE. 
Der „LAINZERTOR-PLATZ“. Maßgebend für 
einen günstigen Eindruck einer Siedlung ist immer 
der Eintritt in sie. Daher wurden zum Ende der dort 
zu einem Vorplatz erweiterten „Hermes-Straße“ zwei
	        
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