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BAU-UND WOHNUNGSKUNST
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m.
bleiben unter 5 fl /o Steigung, so daß sie sehr bequem
zu begehen und befahren sind. Nachdem die be
stehenden Walddurchschläge (Schneisen) meisten
teils landschaftlich schöne Bilder geben, gewisser
maßen natürliche Waldstraßen sind, ist auf ihren
Erhalt zu sehen und wur-
den sie in das Verkehrs- ^
netz einbezogen, insofern
nicht zu großes Gefälle
oder andere Umstände da
gegen sprachen.
Das gewählte waldreiche
Gebiet ist (siehe Schichten
linien des Planes) mehr
und minder hügelig, steil
oder sanft geneigt oder
eben, am Bache zerrissen;
weiters teils trocken, teils
grundfeucht. Zur Ver
bauung ist aber nur ge
eignetes, also baureifes Ge
lände, etwa zwei Drittel
des Gebietes zu nehmen,
das übrige aber als Wald
und Wiese zu belassen
und so zu Grünanlagen zu
benützen.
Nach dieser Richtschnur
ist die VERBAUUNG
vorzunchmen. Deren An
ordnung wird im allgemei
nen demnach die sein, daß
man auf beiden Gebiets
hälften vornehmlich die
ebeneren und gut besonn
ten Flächen verbaut, wäh
rend man in der Tal
senkung beiderseits des
Baches und auf den stei
leren Lehnen südlich da
von zusammenhängende
Waldbestände mit einge
streuten Wiesen als „Mit
telpark“ der Siedlung be
läßt; desgleichen auch in
der hochgelegenen Nord
westecke des Gebietes die
dortigen Waldbestände als
„ W olkersbergen-Park“,
zum Schutze gegen die vor
herrschenden Nordwest
winde bestimmt. Eine im
„Leitenwald“ oben einge
legte „Waldwicse“ wird
sehr angenehmen Aufent
halt bieten.
Überdies sind weitere
Grundflächen mit Baum-
gruppen, Einzelbäumen und Wiesenflächen als Er
holungsstätten, Sport- und Kinderspielplätze ein
gestreut, die mit den bestehenden Waldstraßen des
weiteren zum Waldstadtcharakter beitragen werden;
dazu sind durchgängig bei allen Gebäuden mehr
oder minder, tiefe Vorgärten angenommen.
Für die Verbauung im allgemeinen ist die offene,
weite Bauweise vorgeschrieben, bei der vornehmlich
der Flachbau platzzugreifen hat. Der Zweck der
Siedlung erheischt ein billiges Bauen; aber nicht
Arch. Z. V. Franz Torka
einförmig, nicht langweilig sei die Verbauung, son
dern gleichwie im Straßennetz gerade und gekrümmte
Verkehrsadern, in Länge und Breite verschieden,
abzuwechseln haben, so sollen auch die Bauten
mannigfachster Form sein. Die öffentlichen Bauten
werden ohnehin je nach
-0- ihren Zwecken verschieden
gestaltet sein und die
Wohngebäude, hauptsäch
lich Kleinwohnhäuser, er
forderlichenfalls auch Miet
häuser und Villen sollen
verschiedene Typen, so
einzelne oder zwei- und
dreifach gekuppelte oder
Reihenhäuser (einfach oder
gezahnt) aufweisen. Der
artig wird die Eintönigkeit
vermieden und es werden
fortwährend wechselnde,
reizvolle Platz- und Stra
ßenbilder erstehen.
Jede Siedlung bedarf
aus praktischen Gründen
entsprechend verteilter öf
fentlicher Plätze, die auch
eine erwünschte Abwechs
lung in das sonstige Einer
lei des Straßennetzes brin
gen. Auch in diesem Falle
wurden nebst dem Haupt-
. platze mehrere kleine
Plätze angeordhet.
Unter Einhaltung der
vorstehenden Grundgedan
ken und Richtlinien ergibt
der beiliegende Lageplan
ein abwechslungsreiches,
lebensvolles Bild, sowohl
bezüglich des Verkehrs
netzes als auch der Verbau
ung.
Die HYGIENISCHEN
ANFORDERUNGEN für
eine gesunde, freundliche
Wohnstätte der Menschen
sind reine gesunde Luft,
reiner unverseuchter Boden,
reichliche Belichtung der
Wohn- und Arbeitsräume,
gutes Trinkwasser und
ausgiebiger Pflanzenwuchs.
Diese Grundbedingungen
sind hier gewährleistet
durch die vorgeschriebene
Bauweise und vor allem
: Sommerhaus. Erdgeschoß. durch die herrliche Lage
an dem großen Lainzer
Tiergarten, der weiters für immerwährende Zeiten
als Naturschutzpark und als gesundheitliches Luft-
bccken für Wien zu erhalten ist.
EINZELVORSCHLÄGE.
Der „LAINZERTOR-PLATZ“. Maßgebend für
einen günstigen Eindruck einer Siedlung ist immer
der Eintritt in sie. Daher wurden zum Ende der dort
zu einem Vorplatz erweiterten „Hermes-Straße“ zwei