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BAU- UND WOHNUNGSKUNST
HEFT 14
Brücke zwischen Bank und Druckerei. Modell.
Stellung an der ihm wiedergegebenen Stätte seiner alten Er
folge in der Zedlitzgasse. Dem an der Kunst interessierten
Publikum ist es bekannt, daß diese Vereinigung, die stets
ein auffrischendes Element im Wiener Kunstleben war, unter
der vorigen Gemeindeverwaltung aus ihrem mit freudiger
Hingabe geschmückten Ausstellungshause in einem Teile der
ehemaligen Markthalle in der Zedlitzgasse Nr. 6 hinaus
gedrängt wurde. Jetzt ist dem Bunde das alte Haus wieder
eingeräumtwörden.Der„Hagenbund“ mußte in der Zwischen
zeit die Gastfreundschaft der anderen Wiener Künstler Vereini
gungen in Anspruch nehmen, um die Arbeiten seiner Mit
glieder in die Öffentlichkeit bringen zu können. Jetzt tritf
er in dem neu eingerichteten eigenen Hause wieder auf, iii
erneuerter Zusammensetzung, zu den früheren Mitgliederri
ist nämlich eine stattliche Anzahl neuer aus der jüngeren
Generation aufgenommen worden. Die Liste der außerhalb
Wiens wohnenden und der korrespondierenden Mitglieder
zeigt, daß der Hagenbund trotz den durch den Krieg ge
schaffenen Verhältnissen seinem ursprünglichen Programm
entsprechend Künstler aus allen ehemaligen Teilen der alten
Monarchie, also der gegenwärtigen Nachfolgestaaten, umfaßt,
daß somit die früheren geistigen Beziehungen hier in Fühlung
verblieben sind.
DIE LEIPZIGER MÖBELMESSE. Die „Erste Leipziger
Messe- und Export-Zeitung“ schreibt über die Herbst-Möbel
messe folgendes: Der Verlauf der Mustermesse hat deutlich
erkennen lassen, daß für Möbel reges Interesse besteht und
tatsächlicher Bedarf vorhanden ist, wenn auch die Bedarfs
eindeckung zu wünschen übrig läßt. Was speziell den Meß
umsatz in Möbeln betrifft, so muß man berücksichtigen, daß
die bisherigen Aussteller durch die vergangenen Rekord
messen außerordentlich verwöhnt waren und daß sich die
Zahl der Möbelaussteller zur jetzigen Messe sehr vergrößert
hat, so daß auch hiedurch ein Absatzrückgang für den ein
zelnen Aussteller sich ergeben mußte. Trotzdem muß aus
drücklich hervorgehoben werden, daß einzelne Möbelaussteller
mit ihrem Meßgeschäft sehr zufrieden sind. Die ausländischen
Interessenten waren nicht zahlreich. Es erschienen solche aus
der Schweiz, Holland, Portugal, Spanien, Amerika, Nord- und
Südamerika und Indien. Von einem Exportgeschäft in Möbeln
läßt sich nicht gut sprechen, wohl aber liegen ernste Anfragen
vor. Erfreuliche Auslandsabschlüsse kamen in Möbelbeschlägen
zustande, speziell nach. Holland und Südamerika. Gut gekauft
wurden ferner Zimmeruhren. Hervorzuheben ist, daß der
größte Umsatz sich auf vornehme Möbel erstreckt. Stapel
ware, namentlich ältere Muster, wurden gar nicht gekauft.
Sehr erfreulich ist die Rückkehr zur Qualitätsware, und
es muß hervorgehoben werden, daß die diesmalige Möbel
ausstellung allgemein als Qualitätsmesse beurteilt wurde. Für
Herren- und Speisezimmer wird dunkelgebeizte Eiche noch
immer bevorzugt. Überhaupt herrscht Eiche vor, gleichwohl
erscheinen andere vornehme Holzarten wieder in zunehmen
dem Maße. Als Bezugsstoffe für Klubmöbel werden wieder
vorwiegend Rindleder und echte Stoffe benutzt, neben Leder
imitationen und Textilgewebe. In Möbelplatten trat diesmal
der Naturmarmor mit dem Kunstmarmor in Wettbewerb,
so daß sich für die Zukunft nur die wirklich guten Erzeug
nisse in Kunstmarmor werden halten können. Es erübrigt
sich, bezüglich der Preisbildung zu sagen, daß diese gegen
über der Frühjahrsmesse niedriger ist. Die Preiszugeständ
nisse sind aber nur gemacht worden, um wenigstens die
Betriebe im beschränkten Umfange aufrecht zu erhalten. Wie
weit dies möglich ist, bleibt eine offene Frage. Eine weitere
Verbilligung lassen die seit dem Frühjahr noch höher ge
stiegenen Herstellungskosten nach dem Urteil der Fabri
kanten auf keinen Fall zu. Wenn man in Abnehmerkreisen
noch mit einem weiteren Sinken der Möbelpreise rechnet,
so fehlt hiefür jede Voraussetzung. Zurückhaltung im Kauf
wird sich daher zwecklos erweisen.
ZEITSCHRIFTEN
UND NEUE BÜCHE
DEUTSCHE BAUKUNST im 19. Jahrhundert und in der
Gegenwart. Von Geh. Regierungsrat Prof. Dr. ADALBERT
MATTHAEI. Zweite Auflage. Mit 40 Abbildungen im Text.
„Aus Natur und Geisteswelt“. Sammlung wissenschaftlich
gemeinverständlicher Darstellung. Band 701 (122 S.), 8 Karten,
Mk. 2-8o, geb. Mk. 3'5o. Hiezu Teuerungszuschlag ab April 1920
ioo°/ 0 , Abänderung Vorbehalten. Verlag von B. G. Teubner
in Leipzig und Berlin 1920.
Portal der Druckerei. Modell.