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BAU' UND WOHNUNGSKUNST 
SEITE 310 
HEFT 15 
ben — sind es doch offen' 
bar durchweg Moment' 
skizzen. Etwas mehr als 
flüchtige dynamische Im.' 
pression liegt in der von 
uns gebrachten Studie einer 
sitzenden Dame. Hier 
scheint sich etwas wie ein 
wirkliches Porträt vorzu' 
bereiten, und ich glaube, 
es wäre unserer Kunst' 
lerin anzuraten, sich mit 
der Porträtkunst etwas ein' 
gehender zu befassen. Sie 
wird Erfolge erzielen, ZU' 
mal auf dem Gebiete der 
Pastelltechnik. Nicht um 
erwähnt lassen möchte ich 
zum Schlüsse Grete Seipts 
Zeichnungen zu etlichen 
Theateraufführungen, so 
zu „Peer Gynt“ und zu 
„Faust“ im „Deutschen 
Volkstheater“, und wäre 
es nur, um ihre ehrliche 
Begeisterung für alles 
Theater zu kennzeichnen, 
von dem sie selber sagt, 
daß es „sie stets anzog, 
wie nur weniges“. Daß sie 
auf diesem Gebiete die 
modernen Autoren und 
modernen Darsteller weit' 
aus bevorzugt, kann man 
ihr füglich als einer jungen 
Grete Seipt 
Porträtskizze. 
Künstlerin zugute halten. 
Reiferes Denken wird auch 
Grete Seipt mit den Jah' 
ren von dieser Einseitig' 
keit befreien, so wie sie 
sich schon jetzt zu ihrem 
Heile (und das ist weit 
wichtiger) in ihrer eigenen 
Kunst von allen Verrückt' 
heiten, Torheiten und Ge' 
schmacklosigkeiten derMo' 
de = „Ismuse“ fernzuhal' 
ten verstanden hat. 
v. F. 
* 
EINE KUNSTSCHENKUNG 
DES 
FÜRSTEN LIECHTENSTEIN. 
Eine italienische Plastik aus 
dem Cinquecento. 
Wie wir erfahren, hat der 
regierende Fürst Liechtenstein, 
der die Wiener Sammlungen 
schon oft in so munifizenter 
Weise mit kostbaren Wid' 
mungen bedachte, dem öster- 
reichischen Staate neuerdings 
eine großartigeKunstschenkung 
zugedacht. 
Es ist dies eine Tonplastik 
eines Schülers des berühmten 
italienischen Bildhauers Dona- 
tello, der von 1386 bis 1466 in 
Florenz lebte. Das interessante 
Werk stellt einen italienischen 
Vaganten dar. 
) 
Al escribir & los anunciantes menciönese el „BAU- UND WOHNUNGSKUNST“.
	        
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