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BAU- UND WOHNUNGSKUNST
HEFT 16
zeichnen und die Fachabteilung für Architektur
frequentierte. Schon auf dieser unteren Stufe strebte
unser Künstler ins Breite, Allgemeine, vermied er
die Einseitigkeit. Sein Betätigungsfeld war dem
gemäß ein sehr reichhaltiges: Bunt- und Vorsatz
papier, Druckstoffe, Tapeten, Graphik, Plakate,
Textilien, Keramik, Guß- und Schmiedeeisen, Edel
metall, Bleiverglasung, Möbel, Innenarchitektur,
Landhäuser, Denkmäler, Wandmalerei, Schrift- und
Schildmalerei, Kirchenausmalung, Fassadenmalerei
— auf allen diesen Gebieten versuchte sich Man-
freda. So malte er zum Beispiel in Oberlienz an die
Fassade eines Bauernhauses das lebensgroße Fresko
St. Josef mit dem Jesuskinde, das heute, nach sieben
Jahren, noch völlig frisch erscheint, trotzdem es
wetterseitig liegt — sicher ein Beweis früh erfaßter,
richtiger Maltechnik.
Nach Absolvierung der Kunstgewerbeschule fand
Manfreda Aufnahme in der Meisterschule für Archi
tektur an der Akademie der bildenden Künste (Pro
fessor Leopold Bauer). Vier Schulpreise, darunter
das Staatsreifestipendium, krönten seine Erfolge.
Diesem Studium ließ unser Kunstjünger in der Er
kenntnis, daß (wie er selbst sagt) „ein Architekt
auch im plastischen Empfinden geschult sein soll“,
drei Studienjahre in der Spezialschule für Bild
hauerei bei Professbr Bitterlich folgen. Ein viertes
Jahr machte er als Gast mit und da entstanden die
drei ganz persönlichen Plastiken: Männlicher Torso,
Pustertaler Bauer und Alpenhirt.
Aber noch schien Manfreda der. Umfang der von
ihm gepflegten Studien nicht weit genug und, um
sein Wissen zu vergrößern, besuchte er noch durch
sechs Semester die Technische Hochschule, durch
fünf Semester die Tierärztliche Hochschule und durch
zwei Semester die Universität. Eine wahre Un
summe von Disziplinen ließ solcherart Manfreda
auf sich ein wirken oder, richtiger, bemühte er sich
in sich aufzunehmen, die wir im einzelnen nicht
anführen wollen. Genug daran, daß unter ihnen
selbst Histologie (samt Praktikum) und Buiatrik
(Rinderheilkunde) Vorkommen, von den viel näher
liegenden Gegenständen Anatomie, Physiologie, Psy
chologie und Philosophie und einer ganzen Reihe
technischer Fächer erst nicht zu sprechen. Besonders
aber wandte Manfreda sein Interesse der Anthro-
Josef Manfreda:
Projekt einer Siedlungsanlage.