MAK
HEFT 7,8 
BAU- UND WOHNUNGSKUNST 
SEITE 133 
Das Preisgericht, das, 
wie hier schon berichtet, 
nicht im Zweifel gewesen 
ist über die Unzulänglich 
keit aller dieser Lösun 
gen, hat leider insofern 
versagt, als es sich über 
haupt verstanden hat, erste 
Preise zuzuerkennen. Es 
wäre eine unerläßliche 
Demonstration gewesen, 
wenn es von sich aus zum 
Ausdruck gebracht hätte, 
daß auch dieses Preisaus 
schreiben eine annehmbare 
Briefmarke nicht erbracht 
hat. Es wird jetzt Auf 
gabe des neuen Reichs- 
kunstwarts sein, sein Veto 
gegen die Ausführung die 
ser Entwürfe einzulegen 
und auf andere Weise, 
durch Heranziehung eini 
gerweniger Künstler, durch 
vielleicht langwierige ge 
meinsame Durcharbeitung 
zu einem brauchbaren Re 
sultat zu gelangen. Einst 
weilen werden wir uns 
noch mit der Germania- 
Marke behelfen müssen, 
was weniger schlimm sein 
dürfte als eine neue Bla 
mage vor aller Welt im 
Stile dieser Germania- 
Marke. 
EINHEITSSCHRANK. 
Normalisierung muß auch 
in der Möbelbranche zum 
Losungswort werden,wenn 
die augenblicklichen Ver 
hältnisse der Gesundung 
entgegengeführt werden 
sollen. Die Leipziger Mö 
belmesse hat bereits auch 
zahlreiche Ansätze dazu 
gezeigt. Namentlich be 
müht sich die Firma 
Schütte-Lanz in Mann 
heim, die Möbelherstel- 
lung durch Vereinheit 
lichung und Massenfabri 
kation zu verbilligen. Als 
Beispiel nennen wir ihren 
Einheitsschrank. Sel 
ber ist ein sehr gefälliges 
Modell, einfach und solid 
in der Ausführung, zwei 
flügelig und ohne unnützen Zierat. Dieser Schrank wird in 
verschiedener Innenausstattung erzeugt, wobei er sich in der 
äußeren Bauart stets vollkommen gleich bleibt. Wir haben 
ihn als Wäscheschrank mit sechs durchlaufenden Fächern 
von gleicher Höhe, als Kleiderschrank mit Hutfach und dar 
unter angebrachter Kleiderbügelstange, und endlich alsSchrank 
für Wäsche und Kleider derart, daß sich links die Fächer für 
Wäsche befinden, während der rechte Teil zur Aufnahme der 
Kleidungsstücke dient. Auch äußerlich zeigt dieser Einheits 
schrank verschiedene Ausführungsarten. Man kann ihn dun 
kel gebeizt haben oder taubengrau lackiert mit heliotropfar- 
biger Absetzung, endlich auch mit Handmalerei, die Intar 
sien darstellen soll und wirklich eine reizende Wirkung ergibt. 
EXPORT-NACHRICHTEN 
EINLADUNG ZUR „MAILÄNDER MESSE“. Seitens der 
italienischen Gesandtschaft wird uns mitgeteilt: Vom 12. bis 
27. April wird in Mailand eine internationale Messe in der 
Art, wie sie in London, Leipzig und Lyon abgehalten wer 
den, zum Zwecke der Wiederherstellung und Vertiefung der 
Beziehungen zwischen Erzeugern und Kaufleuten der ver 
schiedenen Staaten stattfinden. Die Messe genießt die offizielle 
Architekt Z. V. Professor Ernst Lichtblau: 
Vitrine im Hause Dr. Hofmann, Wien XIII. 
Unterstützung der Regie 
rung und aller kaufmän 
nischen und industriellen 
Vertretungen des Staates 
und wird jedes Jahr wie 
derholt. Anmeldungen 
dazu werden noch an 
genommen, und ange 
sichts der vielen An 
fragen sogar neue 
Verkaufsstände, be 
sonders für fremde 
Nachzügler, gebaut. 
Sowohl die Regierung als 
auch das leitende Komitee 
der Messe werden einen 
zahlreichen Besuch seitens 
der österreichischenStaats- 
bürger, sei es als Aus 
steller, sei es als einfache 
Gäste, sehr begrüßen. Nä 
here Angaben erteilt die 
italienische Gesandtschaft, 
Wien, 3. Bezirk, Renn 
weg 27, oder der italieni 
sche Handelsattaché, Wien, 
i. Bezirk, Canovagasse 5- 
DER EXPORT DER 
JAPANISCHEN LACK 
WAREN. Man kennt die 
fast an ein Monopol gren 
zende Stellung, welche der 
Export der japanischen 
Lackwaren bis in die 
jüngste Zeit eingenommen 
hat. Infolge der billigen 
Bezugsquellenund Arbeits 
löhne, über die der ferne 
Osten verfügte, konnte das 
europäische Kunstgewerbe 
mit dieser Industrie lange 
in keinen aussichtsvollen 
Wettbewerb treten. Viel 
leicht bieten sich ihm 
gegenwärtig bessere Gele 
genheiten. So schreibt 
„Japan Chronicle“ über 
die japanische Lackwaren 
industrie: Die Zentren der 
Lackindustrie sind Waji- 
ma und Yamashiro in Ishi- 
kawa, beide berühmt 
durch die Dauerhaftigkeit 
ihrer Waren, ferner Kuroe 
in Wakayama für Tee 
bretter, Küchenteller, Zi 
garettendosen u. dgl., Ta- 
kamatsu in Sanuki und 
Murakami in Echigo für allerlei Gefäße, und die drei nord 
östlichen Distrikte Aizu, Nambu und Tsugaru für Küchen- 
und Dekorationswaren antiker Zeichnung. Shidzuoka erreicht 
Ishikawa ungefähr in der Menge der Erzeugung, aber die 
Fabrikanten von Shidzuoka haben ihre Betriebe vielfach 
auf die Erzeugung billiger und minderwertiger Waren für 
ausländische Abnehmer eingestellt und so ist die Qualität 
ihrer Waren sehr gesunken. Andere Plätze sind Nagoya, 
Luchu, Takaoka, Noshiro usw., welche zum Teil besondere 
Spezialitäten pflegen. Die gesamte Lackindustrie hat vor dem 
Kriege sowohl was die Erzeugung als auch den Export be 
trifft, sehr gelitten, die Gründe dafür sind die Verwendung 
minderwertigen chinesischen Lacks und mangelhafte Her 
richtung des Holzes, woraus eine beschränktere Dauerhaftig 
keit in den trockenen Klimaten Europas und Amerikas 
hervorgeht. Dazu kam, daß in Deutschland massenhafte 
Imitationen in Pappe hergestellt wurden, und diese waren 
gefährliche Konkurrenten für die billigeren Sorten japanischer 
Lackwaren. Inzwischen hat der Bedarf im Lande selbst und 
im Auslande sich wieder gehoben. Gegenwärtig kommen 
zwei Drittel des zum Verbrauch gelangenden Lacks 
aus China, wo er von wildwachsenden Bäumen abge 
zapft und nur oberflächlich gereinigt wird, so daß das 
Produkt geringwertiger ist als der in Japan selbst gewon 
nene Lack. 
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