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BAU- UND WOHNUNGSKUNST
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Das Preisgericht, das,
wie hier schon berichtet,
nicht im Zweifel gewesen
ist über die Unzulänglich
keit aller dieser Lösun
gen, hat leider insofern
versagt, als es sich über
haupt verstanden hat, erste
Preise zuzuerkennen. Es
wäre eine unerläßliche
Demonstration gewesen,
wenn es von sich aus zum
Ausdruck gebracht hätte,
daß auch dieses Preisaus
schreiben eine annehmbare
Briefmarke nicht erbracht
hat. Es wird jetzt Auf
gabe des neuen Reichs-
kunstwarts sein, sein Veto
gegen die Ausführung die
ser Entwürfe einzulegen
und auf andere Weise,
durch Heranziehung eini
gerweniger Künstler, durch
vielleicht langwierige ge
meinsame Durcharbeitung
zu einem brauchbaren Re
sultat zu gelangen. Einst
weilen werden wir uns
noch mit der Germania-
Marke behelfen müssen,
was weniger schlimm sein
dürfte als eine neue Bla
mage vor aller Welt im
Stile dieser Germania-
Marke.
EINHEITSSCHRANK.
Normalisierung muß auch
in der Möbelbranche zum
Losungswort werden,wenn
die augenblicklichen Ver
hältnisse der Gesundung
entgegengeführt werden
sollen. Die Leipziger Mö
belmesse hat bereits auch
zahlreiche Ansätze dazu
gezeigt. Namentlich be
müht sich die Firma
Schütte-Lanz in Mann
heim, die Möbelherstel-
lung durch Vereinheit
lichung und Massenfabri
kation zu verbilligen. Als
Beispiel nennen wir ihren
Einheitsschrank. Sel
ber ist ein sehr gefälliges
Modell, einfach und solid
in der Ausführung, zwei
flügelig und ohne unnützen Zierat. Dieser Schrank wird in
verschiedener Innenausstattung erzeugt, wobei er sich in der
äußeren Bauart stets vollkommen gleich bleibt. Wir haben
ihn als Wäscheschrank mit sechs durchlaufenden Fächern
von gleicher Höhe, als Kleiderschrank mit Hutfach und dar
unter angebrachter Kleiderbügelstange, und endlich alsSchrank
für Wäsche und Kleider derart, daß sich links die Fächer für
Wäsche befinden, während der rechte Teil zur Aufnahme der
Kleidungsstücke dient. Auch äußerlich zeigt dieser Einheits
schrank verschiedene Ausführungsarten. Man kann ihn dun
kel gebeizt haben oder taubengrau lackiert mit heliotropfar-
biger Absetzung, endlich auch mit Handmalerei, die Intar
sien darstellen soll und wirklich eine reizende Wirkung ergibt.
EXPORT-NACHRICHTEN
EINLADUNG ZUR „MAILÄNDER MESSE“. Seitens der
italienischen Gesandtschaft wird uns mitgeteilt: Vom 12. bis
27. April wird in Mailand eine internationale Messe in der
Art, wie sie in London, Leipzig und Lyon abgehalten wer
den, zum Zwecke der Wiederherstellung und Vertiefung der
Beziehungen zwischen Erzeugern und Kaufleuten der ver
schiedenen Staaten stattfinden. Die Messe genießt die offizielle
Architekt Z. V. Professor Ernst Lichtblau:
Vitrine im Hause Dr. Hofmann, Wien XIII.
Unterstützung der Regie
rung und aller kaufmän
nischen und industriellen
Vertretungen des Staates
und wird jedes Jahr wie
derholt. Anmeldungen
dazu werden noch an
genommen, und ange
sichts der vielen An
fragen sogar neue
Verkaufsstände, be
sonders für fremde
Nachzügler, gebaut.
Sowohl die Regierung als
auch das leitende Komitee
der Messe werden einen
zahlreichen Besuch seitens
der österreichischenStaats-
bürger, sei es als Aus
steller, sei es als einfache
Gäste, sehr begrüßen. Nä
here Angaben erteilt die
italienische Gesandtschaft,
Wien, 3. Bezirk, Renn
weg 27, oder der italieni
sche Handelsattaché, Wien,
i. Bezirk, Canovagasse 5-
DER EXPORT DER
JAPANISCHEN LACK
WAREN. Man kennt die
fast an ein Monopol gren
zende Stellung, welche der
Export der japanischen
Lackwaren bis in die
jüngste Zeit eingenommen
hat. Infolge der billigen
Bezugsquellenund Arbeits
löhne, über die der ferne
Osten verfügte, konnte das
europäische Kunstgewerbe
mit dieser Industrie lange
in keinen aussichtsvollen
Wettbewerb treten. Viel
leicht bieten sich ihm
gegenwärtig bessere Gele
genheiten. So schreibt
„Japan Chronicle“ über
die japanische Lackwaren
industrie: Die Zentren der
Lackindustrie sind Waji-
ma und Yamashiro in Ishi-
kawa, beide berühmt
durch die Dauerhaftigkeit
ihrer Waren, ferner Kuroe
in Wakayama für Tee
bretter, Küchenteller, Zi
garettendosen u. dgl., Ta-
kamatsu in Sanuki und
Murakami in Echigo für allerlei Gefäße, und die drei nord
östlichen Distrikte Aizu, Nambu und Tsugaru für Küchen-
und Dekorationswaren antiker Zeichnung. Shidzuoka erreicht
Ishikawa ungefähr in der Menge der Erzeugung, aber die
Fabrikanten von Shidzuoka haben ihre Betriebe vielfach
auf die Erzeugung billiger und minderwertiger Waren für
ausländische Abnehmer eingestellt und so ist die Qualität
ihrer Waren sehr gesunken. Andere Plätze sind Nagoya,
Luchu, Takaoka, Noshiro usw., welche zum Teil besondere
Spezialitäten pflegen. Die gesamte Lackindustrie hat vor dem
Kriege sowohl was die Erzeugung als auch den Export be
trifft, sehr gelitten, die Gründe dafür sind die Verwendung
minderwertigen chinesischen Lacks und mangelhafte Her
richtung des Holzes, woraus eine beschränktere Dauerhaftig
keit in den trockenen Klimaten Europas und Amerikas
hervorgeht. Dazu kam, daß in Deutschland massenhafte
Imitationen in Pappe hergestellt wurden, und diese waren
gefährliche Konkurrenten für die billigeren Sorten japanischer
Lackwaren. Inzwischen hat der Bedarf im Lande selbst und
im Auslande sich wieder gehoben. Gegenwärtig kommen
zwei Drittel des zum Verbrauch gelangenden Lacks
aus China, wo er von wildwachsenden Bäumen abge
zapft und nur oberflächlich gereinigt wird, so daß das
Produkt geringwertiger ist als der in Japan selbst gewon
nene Lack.
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