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Volltext: Monatszeitschrift V (1902 / Heft 6 und 7)

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diese zweite bedeutende 
Periode der Buchmalerei 
die naturalistische ge- 
nannt; man könnte sie 
auch, namentlich in 
ihrem späteren Verlaufe, 
als humanistische be- 
zeichnen. Diese Wand- 
lung lässt sich zunächst 
in Frankreich an charak- 
teristischen Merkmalen 
deutlich verfolgen. Dort 
findet sie, wie erwähnt, 
mächtige Förderung an 
dem Hofe Ludwig IX., des 
Heiligen (geb. I215,regier- 
te selbständig 1236 bis 
1270), in Spanien um we- 
niges später an dem Hofe 
Alfons X., des Weisen; 
in Italien begünstigten 
jenen Wandel während 
des Trecento verschieden- 
artige (auch starke lite- 
rarische) Einflüsse, von 
denen noch gesprochen 
werden wird. 
Die Entwicklung, wel- 
che von dem so charak- 
teristischen Aufbau der 
Ornamente und der nai- 
ven Originalität der Figu- 
ren karolingischer Hand- 
schriftenillustration zu den 
ideal schönen Gebilden 
der Miniaturmalerei im 
goldenen Zeitalter dieser 
Kunst führt, begleitet auch 
ein bemerkenswerter 
Wandel auf technischem _ v, 
Gebiete. An Stelle der Lateinische Bibel (cod. m95) 
farbig angelegten (lavier- 
ten) Federzeichnung tritt plastische Herausarbeitung des darzustellenden 
Gegenstandes; die Aquarelltechnik wird durch die Gouachetechnik ersetzt. 
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