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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 1)

 
j. Dampz, Die Wollust 
„Wollust" ist der Titel des dritten Werkes, das im selben Salon erschien. 
Ein bis zum halben Leibe nacktes Weib, von weichen Körperformen, das 
Haupt zurückgeworfen, mit halbgeschlossenen Augen, wird von einer Katze, 
die ihr mit Hals und Kopf den Nacken streichelt, geliebkost, eine zweifache 
Verkörperung wollüstiger Grazie, die der Künstler durch die Festigkeit seiner 
Mache vor süsslicher Geziertheit zu bewahren verstand. Direkt nach der 
Natur in Marmor ausgeführt, ist es eines der bewundernswürdigsten Stücke, 
die aus der Hand des Meisters hervorgegangen sind. 
Dampt beschränkt sich nicht darauf, ein bewundemswürdiger Bildhauer 
und vollendeter Arbeiter zu sein, seine Schöpfungen bringen zumeist auch 
eine klare Idee zum Ausdruck. Auch wenn hiemit nur etwas Sinnbildliches 
gesagt werden soll, bleibt er einfach und verständlich. „An der Schwelle 
des Geheimnisses", ausgestellt im Salon von 1892, ist eine solche Probe 
seiner Kunst. Ein Engel vom Aussehen eines Mannweibes, mit emstem 
Antlitze und weit ausgebreiteten Flügeln, ein Schwert mit beiden Händen 
wagrecht vor sich hinhaltend, richtet sich hoch auf, mit scharfem und 
unruhigem Blick hinaus ins Unbekannte, dessen Wächter er zu sein 
scheint.
	        

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