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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 12)

Weltnusstellung zu St. Louis, Peu-o Gabrini, „An der See" 
 
PORTUGAL. Spaniens interessante Kunst ist leider in St. Louis nicht 
vertreten und dies Resultat des stattgehabten Krieges ist recht zu bedauern. 
Denn die kleine Ausstellung des Nachbarlandes Portugal kann dafür keinen 
Ersatz bieten, wenn auch in ihren besten Erzeugnissen eine Verwandtschaft 
mit der grosszügigen, phantasievollen und farbensatten Kunst Spaniens zu 
finden ist. Die portugiesische Sammlung nimmt einen Saal ein. Das meiste 
Interesse erregt bei dem Publikum begreiflicherweise eine „Landschaft mit 
trinkenden Kühen" (Pastell), welche keinem geringeren als König Carlos I. ihre 
Entstehung verdankt. Ohne jede Voreingenommenheit muss zugestanden 
werden, dass das Bild auf landschaftlichem Gebiete das Beste der portu- 
giesischen Ausstellung ist. Voll schöner Stimmung und einer Technik, die dem 
zarten Material alle Vorzüge abgewinnt. Auch die Königin hat zwei ganz 
anmutige Bilder beigesteuert: „Ochsenfähre" und einen „Esel? Als bedeu- 
tendstes Kunstwerk der Ausstellung ist aber Antonio Teixeiro Carneiros 
„Rachel" zu nennen, ein Bild von vorzüglicher Zeichnung, schönen Linien 
und kräftiger Farbe, das an die Epigonen der Renaissance mahnt, wie 
überhaupt alle Bilder Carneiros. Durch sehr ausdrucksvoll, genial aufgefasste 
Porträts tut sich Columbano hervor, die Arbeiten von Sophia D. Sousa und 
Julio Teixeira Bastos gehören ebenfalls zu den Besseren der Ausstellung. 
Unter den Skulpturen ragen diejenigen von Antonio Teixeira Lopes hervor. 
Die Eröffnung der portugiesischen Abteilung im Manufakturpalaste, 
die sich immer wieder hinauszog, konnte ich leider nicht abwarten, hörte 
aber, dass sich vorzügliche Fayencen von Caldas da Rainha darunter 
befinden würden und sehr kunstvolle Gold- und Silberliligranarbeiten von 
Jose Rosas.
	        

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