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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 4)

Porträt einer Dame, in schwarzem 
Kleide und schwarzem I-Iute mit 
einem Mädchen mit zartem Grau 
in den Fleischtönen, von Dr. Jurie 
eine Reihe vonFügers ausgestellt, 
unter der besonders eine sitzende 
Dame in wundervollem faltigen 
Gewande hervorragt, die eine 
große Ähnlichkeit mit dem Bild- 
nisse einer stehenden Dame aus 
der Sammlung Mayr aufweist, 
das mit A. K. signiert ist (man 
hat an Angelika Kaufmann ge- 
dacht), das aber mit seiner Pünkt- 
chenmanier in den Falten und 
der Art der Behandlung der 
Draperie vollständig in der Art 
Fügers gearbeitet ist. In dem Be- 
sitze der Frau Baronin Bourgoing 
befindet sich aber ein un- 
zweifelhaftes Bild Fügers, das 
Louise Gräfin Lanckororiska geb Gräfin Rzewuska eine Dame in ganz ähnlicher 
Signiert j. Isabey 1814. (Graf Karl IJanckoi-onski-Brzezie)  und  Kostüm 
zeigt. 
Die charakteristische Behandlung des Fleischtones in Rot zeigt 
uns eine Dose mit dem Porträte des Feldmarschalls Loudon, die dem 
Freiherrn Ernst von Loudon gehört. Von der reichen Kollektion 
Fügerscher Arbeiten. die Herr Dr. Albert Figdor ausgestellt hat, ist der 
größte Teil in der obenerwähnten Arbeit Labans reproduziert, besonders 
zu erwähnen sind hier die Frau des Künstlers - die Schauspielerin 
Josefine Müller - als Emilia Galotti, ferner ein weibliches Bildnis in 
wunderbar feiner Tönung, die Frau trägt im blonden Haare ein blau- 
violettes Band, um die Schultern hat sie ein Tuch von gleicher Farbe 
geschlungen. _ 
Füger scheint nach dem ]ahre 1800 keine Miniaturen mehr gemalt zu 
haben, wie er auch in einem Briefe an Schadow erwähnt. Er starb im 
Jahre 1818. Seine Arbeiten sind nur selten signiert, er hat sie nicht als voll- 
wertige Kunstwerke angesehen. Ihm war die große Kunst, die er besonders 
als Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien seit dem 
Jahre 1782 als sein eigentliches Gebiet betrachtete, das Ziel seines Lebens 
gewesen, obwohl sein heutiger Ruhm auf seinen unübertrefllichen Miniatur- 
werken beruht. Einer seiner besten Schüler war Weixelbaum, der besonders 
die Manier Fügers, mit grauen Tönen zu arbeiten, nachahmte, so daß wir 
die Arbeiten des Schülers von denen des Lehrers sorgfältig trennen müssen. 

	        

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