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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 11)

in eine runde Scheibe 
eingelassen, auf der die 
Sitzplatte mittels eines 
langen ebenfalls ge- 
drechselten Zapfens 
sich dreht. Die Sitz- 
platte dieses ebenso 
wie des vorherbespro- 
ebenen, süddeutschen 
Möbels ist annähernd 
halbkreisförmig, die 
wie immer bei dieser 
Gattung mäßig hohe 
Lehne, die in flachen 
Knöpfen endigt, ruht 
auf sechs schlanken 
gedrechselten Stäben. 
Ein weiteres Exemplar 
zeigt ganz den Bauern- 
stuhltypus (Abb. 13g) 
mit der hohen, schma- 
len und geschweiften 
Lehne, die beiderseitig 
ein bürgerliches Wap- 
pen, auf der Innenseite 
außerdem die jahres- 
zahl164g, auf der Rück- 
seite den Spruch: „Got 
allein die Ehr" trägt. 
Sehr lustig Wirkt Abb. x46. Französischer Rahmen, XVI. bis XVXLjahrhundert. Höhe m44, 
_ Breite 0,35 Meter 
ein Exemplar aus dem 
XVIILJahrhundert, wo den oberen Teil der geschweiften Lehne eine drollige 
gehörnte (?) Maske mit großem als GrifföiTnung gebildeten Maul und heraus- 
gestreckter Zunge bildet. Das originelle Stück stammt aus dem Salzburgischen 
(Abb. 140). - Eine äußerst wertvolle und interessante Ergänzung nach der 
typologischen Seite, die hier nur kurz gestreift werden soll, bilden die zahl- 
reichen Puppenstühle, die Dr. Figdor vereinigt hat. Die unserer schnell- 
lebenden, fabrikmäßigen Zeit fremdgewordene Art der Vertiefung auch in 
die unbedeutendste Aufgabe, wie sie den vergangenen Jahrhunderten eigen 
war, spricht in diesen unscheinbaren Spielgeräten eine wahrhaft rührende 
Sprache. Besonders reich sind unter diesen Puppenstühlen die den italieni- 
schen geradbeinigen Lehnstuhl repräsentierenden Spielarten vertreten. - 
Den Schluß dieser Übersicht über die Holzmöbel mag eine kurze 
Betrachtung der Rahmen abgeben. Auch diesen, die ja an sich als leere 
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