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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 3)

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Hampstead liegt im Norden Londons. Man Fahrt mit der „Tube" von 
Charing Cross, also vom Herzen der „City" aus in etwa zwanzig Minuten für 
die unvermeidlichen „Two pence" hinaus, wird vom Aussteigeperron durch 
einen „Elevator" etwa 60 Meter hoch empor befördert und befindet sich als- 
bald in einer Landschaft, über die alle Reize des englischen Bodens ausge- 
gossen sind. Steigt man bis zum Kamm des Höhenzuges hinauf, jenseits dessen 
bereits, weitausgedehnt, eine gartenreiche Vorortsniederlassung mit vielen 
vorzüglich angelegten, größeren, landhausartigen Bauten (meist zweistöckigen 
Doppelhäusern") sich an den älteren Kern des Städtchens anlehnt, so genießt 
man den Blick in eine geradezu entzückend schöne Landschaft. Das leicht 
gewellte Land, durchsetzt mit Gehölz und alten Baumgruppen, zwischen 
  
 
  
  
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denen goldig leuchtende Komfelder und saftige Wiesengründe sich hinziehen, 
zeigt da und dort irgend einen Wasserlauf; weithin sieht man zur Erntezeit 
die Sensen blitzen. Hinter mächtigen Wipfeln ragen die Mauern alter Herren- 
sitze auf, kurzum, es ist ein Bild voll zauberischer Schönheit, das den Ge- 
danken an die nahe Millionenstadt und ihr Elend vergessen läßt. Auf Wegen, 
die bald durch grüne, von hohen Hecken umbuschte Wiesen führen, bald 
wieder im Schatten der Gehölze sich verlieren, gehen junge Mädchen an 
schönen Tagen zu zweit, dritt, in ganzen Reihen spazieren, Figuren, die an 
den keuschen Reiz Reynoldsscher Erscheinungen erinnern, graziös in der 
Bewegung, einfach und geschmackvoll angezogen: Weiße Kleider, irgend 
eine bunte Schärpe um die Hüfte geschlungen, den breit ausladenden I-Iut 
mit feuerrotem „Poppy" vollgesteckt. An den Hängen der Hügel befinden 
' Viele davon in dem Werke von C. H. B. Quennel: Modern Suburban Hauses, London, bei B. T. Batsford.
	        

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