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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 5)

 
Kaffeetasse, martblau mit Gcldornament, auf der Untertasse französische Soldaten bei 
dem Denkmal „Spinnerin am Kreuz", im Hintergrund Wien, auf der Oberlasse Sol- 
daxenszene aus der Kantine, an der Wand ein Erlaß Napoleons, datiert Schönbrunn, 
x5. August 1809 (Aus dem „Wiener Porzellanwerk") 
 
Rocaillen eine kräftige besondere 
Bildung zeigen. Die glatten Ge- 
rätformen weichen kaum von 
denen anderer Fabriken ab; hier 
gibt die Bemalung Eigenart, so 
ist zum Bei- 
spiel spezi- 
fisch Wiene- 
risch die zier- 
liche Gold- 
borte mit fe- 
deraxtigenRo 
kokoschnör- 
keln. Es ist 
bekannt, daß 
der glänzende 
Aufschwung, 
den die Ma- 
nufaktur seit 
der Mitte der 
Achtzigerjahrenahm, der organisatorischen Kraft Sorgenthals zu verdanken 
ist. Die kaiserliche Entscheidung, die diesem Mann den Weg bahnte, könnte 
als goldenes Rezept noch heutzutage manch ähnlichem Unternehmen Ge- 
sundung bringen. Sie kann daher nicht oft genug wiederholt werden: „Wenn 
der Porzellainfabrik ein wahrer wirthschaftlicher Fort- 
gang will gegeben werden, so muß die I-Iofstelle sich 
in deren Verwaltung nicht im geringsten mengen, 
sondern es ist ein geschickter Mann auszuwählen, dem 
man ein paar Tausend Gulden Gage gibt, und zehn 
Prozent von allem Gewinn oder Ersparniß, welche er 
über die jetzigen Ausgaben machen kann. Die Controle 
muß durch die Buchhalterey geführt, und die Rech- 
nungen erlegt werden, und auf diese Art, wenn man 
ihm freye Hände läßt, aufzunehmen und abzudanken, 
wen er will, auch zu erzeugen, was, und wie er will, 
kann die Sache allein gehen, und die Hofstelle hat sich 
in sein Geschäft keineswegs, als nur in so weit zu 
mischen, daß die Rechnungen, wenn sie von der Buch- 
halterey berichtiget worden, mit der Bilance der 
Canzley alljährlich eingereicht werden." 
Unter der künstlerischen Oberleitung des Bild- 
hauers Anton Grassi kommt nun der kalte, metallisch 
harte Empirestil im Wiener Porzellan zur Geltung. 
Hatte uns Folnesics vorher die aktenmäßigen Belege 
 
Buntbemalte Figur eines Kna- 
ben mit Brennglas und auf- 
wartendem Hündchen (Aus 
dem „WienerPorzellanwerk")
	        

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