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Volltext: Monatszeitschrift XXIV (1921 / Heft 5 und 6)

Wappen sind 76 von Familien aus der österreichischen Monarchie, welche 
um Emporbringung der Künste oder des Gewerbfleißes sich verdient machten. 
Die Rückwand des Saals ist mit Öhlgemälden bedeckt, zwischen denen zer- 
streute Waffentrophäen angebracht sind. 
Außer dem großen Saal befindet sich neben demselben ein Kabinet, 
worin größten Theils Bücher befindlich sind, und dessen Wände mit trefflichen 
und seltenen Holzschnitten von Cranach, Dürer, Ammon (l), Kurzmayr und 
anderen prangen. 
In der untern Abtheilung befindet sich in drei Kabineten die Kupfer- 
stichsammlung, Kupferwerke, Handzeichnungen und verwandte Gegen- 
stände. Auch hier hängen unter Glasrahmen vorzügliche Blätter von Dürer, 
Aldegref, Rembrand und anderen. 
Der dabei beobachtete Eintheilungsgrund ist der technische, wie schon 
früher bemerkt; er konnte aber, um nicht unendlich viel Raum zu verwenden, 
nicht so strenge beobachtet werden, daß alle Arten von Arbeiten ganz eigene 
Fächer oder Kästen bekommen hätten, daher oft mehrere auch nur entfernt 
verwandte Gegenstände zusammen kamen. 
Alle Kästen, Fächer und Gegenstände sind nummeriert und die Titel 
einzelner Abtheilungen nach den Zweigen des Kunstfleißes abgefaßt, welcher 
das Enthaltene hervorbrachte. Die Zahl der Hauptnummem ist zwei Hundert 
neun und zwanzig mit ungefähr 50.000 einzelnen Nummern, unter welchen 
mehr als 18.500 Kupferdrucke, 3000 Holzschnitte, 1700 Handzeichnungen, 
4500 Gold-, Silber- und Kupfermünzen, 300 Öhlgernälde, 1600 Bücher und 
Handschriften sind. Der Haupteingang ist mit mehreren auf Holz gemahlten 
Heiligenbildern aus der deutschen Schule, einigen Bildnissen von van 
Schuppen und so weiter verziert, und hat das passende Motto: ,Adfert 
vetustas incredibilem sientiam' (!) Cic. de Div." Hieran schließt sich die 
Beschreibung der 205 Kästen und der graphischen Sammlung und Bibliothek. 
Gruppe 50: Mosaiken; 51: Wachs- und Tragandarbeiten; 52: Webereien; 
53: Mineralien; 54: Glasarbeiten, größtenteils böhmische; 55: Arbeiten in 
Marmor, Alabaster, Serpentin und so weiter (darunter eine weibliche Figur 
in faltigem Gewande aus rotem Marmor, 1', g", „aus der Rudolphi- 
nischen Schatzkammer von ungemein hohem Alter"); 56-58: Arbeiten aus 
gebranntem Ton, Porzellan, Steingut europäischer und chinesischer Herkunft; 
59-90: Cinquecentobronzen und spätere Arbeiten, antike Marmorskulpturen, 
in Silber gefaßte Achat- undjaspis-Schalen," Hausaltärchen von Ebenholz mit 
silbernen Figuren, Wappengläser aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert, 
24 Wappenscheiben XVI. und XVII. Jahrhundert aus dem mährischen 
Schlosse Pernstein" und anderen mährischen und böhmischen Schlössern, 
Elfenbeinbecher mit mythologischen Darstellungen, Kruzifixe, Elfenbein, 
angeblich niederländisch, XVI. Jahrhundert Ende, 20" hoch, aus dem Besitze 
i Wnhrscheinlidl die Nr. 503, 658, 694, Abbildung 55 bis 57 des Christie-Kaulogea siehe dig bin- 
wiedergegebene Abbildung auf Seit: 89. ' 
"' Vgl. Prokop, "Die Markgrafschaft Mähren in kunstgeschichdicher Beziehung" I, 5:3 ff
	        

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