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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

bei den Figuren weiß, beim Unterbau schwarz, 
das Kreuz dahinter Messing. In Gurk ist das 
Kreuz aus Akazienholz, alles übrige Blei. Die 
Dimensionen der WienerGruppe sindbedeutend 
kleiner. Auch die Anordnung der Nebeniiguren 
ist bei aller Ähnlichkeit sehr merklich ver- 
schieden. Beidemal ist seitlich je ein klagendes 
Engelkind auf Voluten angeordnet. In Wien 
knien sie und halten die Leidenswerkzeuge, in 
Gurk liegen sie und küssen Hände und Füße 
des Heilandes, während außerdem noch ein 
Engel in Jünglingsgestalt hinzutritt, der Maria 
tröstet. Seitlich von der Hauptgruppe Strudels, 
beziehungsweise desAltars, tiefer wie die Altar- 
mensa gestellt und nur durch den Unterbau 
lose verbunden, sind die Statuen zweier ledig- 
lich durch ihr verschiedenes Alter näher charak- 
terisierten Frauen angeordnet. In Gurk sind 
diese Statuen, wie oben bemerkt, aus Holz und 
ganz getrennt an den Schiffspfeilern angeord- 
net und stellen Johannes und Magdalena vor. 
Vom Gurker Kunstbestande weisen auf 
Donner schon einmal ob des Materials zunächst 
zwei Kruzifixe aus Blei. Das eine befindet sich 
Abb. 3. Holzstatue des johannes in Gurk gewöhnlich auf dem Kredenztische neben dem 
Hochaltar. Das Kreuz selbst ist aus schwarzem 
Holz, poliert. Die 32 Zentimeter hohe Gestalt des Gekreuzigten ist sehr 
sorgfältig gearbeitet; jeder Fuß ist besonders mit einem Nagel angeheftet. 
Das dornengekrönte Haupt ist nach links rückwärts geneigt (Abb. 5). 
Das zweite Kruzifix (in zwei Exemplaren) ist bedeutend kleiner, das 
Kreuz selbst aus Akazienholz ohne Anstrich, die Gestalt 20 Zentimeter hoch. 
Hier sind beide Füße mit einem Nagel angeheftet, was wir bei den sonst 
in Betracht kommenden Darstellungen der Art nicht finden (Abb. 6). 
Zu diesen Werken tritt nun ein anderes, bislang gleichfalls unbekanntes, 
welches sich gegenwärtig in der Propstei des Gurker Domkapitels zu 
Klagenfurt befindet." Das Kunstwerk, um das es sich im folgenden handelt, 
ist in einem unten näher zu beschreibenden Schranke verwahrt. Es ist ein 
plastisches Kruzifix mit zwei seitlich heranfliegenden Engeln. Die Figuren 
sind aus Lindenholz geschnitzt, ohne Anstrich, das Kreuz ist schwarz 
lackiert. Der Gekreuzigte ist wie beim größeren Gurker Exemplar mit vier 
Nägeln angeheftet. Das nach rechts erhobene Haupt trägt die Dornenkrone 
" Mein hochverehrter Freund Herr Domkapitular Matthäus Grösser machte mich bereits mit der im 
nachfolgenden als richtig erkannten Bestimmung auf das Kunstwerk aufmerksam. Herr Domdechant Ferdinand 
Wappis gab mir in liehenswürdigster Weise die Erlaubnis, dasselbe eingehend zu besichtigen und zu photo- 
graphieren. 

	        

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