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Volltext: Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 70)

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Sonne am Himmel und der einerseits geistlichen, anderseits weltlichen 
Macht auf Erden, über die Menschen. Die neolithischen Kunstdenk- 
mäler lassen zahlreiche Spuren des Sonnenkultes erkennen, und der 
Brauch des sogenannten Sonnenlehens ist eine Tradition aus der Zeit 
der Urgesellschaft: der Stammesalteste oder Priester umreitet mit 
brennender Fackel oder umpflügt das neuerworbene Stück Land, indem 
er mit zur Sonne gewendetem Antlitz Sonnenhymnen singt. Vielleicht 
rührt die Tradition der „Sonne der Gerechtigkeit", des „Sol Iustitiae", 
davon her. Es heißt, daß Land und Boden Eigentum aller sei, so wie 
die Sonne überall und auf alle gleich scheine; die Sonne kann im Volks- 
brauchtum unter anderem Symbol der Gleichheit und Gerechtigkeit 
sein. ln der Klassengesellschaft wird die Sonnensymbolik gewöhnlich 
auf einen hoffnungsvollen, mächtigen Herrscher übertragen, von dem 
Gerechtigkeit und Reformen erwartet werden, mag es sich nun um 
den Pharao Amenophis IV. handeln, der sich als Sonnengottheit 
Echnaton nannte und eine geHiigelte Sonne in seinem Wappen führte, 
oder um Alexander den Großen und seine Nachfolger in der römischen 
Monarchie von Caesar und Augustus bis zu Konstantin und weiter. 
ln Nordafrika scheint diese Tradition besonders eingenistet zu sein, 
man vergleiche hiezu die nicht seltenen Abbildungen ägyptischer 
12 Albrecht Dürer. 
rrillmphwilgßll Kaiscr Maximilians, 
Ausschnitt, 1522 
13 Albrecht Dürer, 
Kaisurwappcn mi: Fcuezsymbolik
	        

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