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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 132)

 
Dorotheum 
KUNSTABTElLUNG, WIEN, l., DOROTHEERGASSE 11, 
Tel. 52 3129 
604. Kunstauktion 
27., 28., 29. und 30. Mai 1974 
Gemälde alter und moderner Meister. Graphik, 
Skulpturen und Holzarbeiten, antikes Mobiliar. 
Antiquitäten. Asiatika, Waffen 
Besichtigung: 16., 17., 18.. 19..  21., 22., 28., 
24., 25. und 26. Mai 1974 
Für den Kunstsammler 
Wiener Spaziergang. 
Gedanken und Retrospektiven 
über den Wiener Kunsthandel. 
Kunstsammler I) 
Albert Figdor 2) 
Von den beiden großen Abteilungen Möbel und 
Textilien, die den Hauptbestand der ersten Auktion, 
wie in Heft 1301131 angeführt, bilden, waren es 
besonders die Möbel, die die speziellen Ziele des 
Sammlers zum Ausdruck bringen. Eine Vielzahl an 
Sitzmöbeln läßt deutlich die Vorliebe für mittel- 
alterliche, zum Teil aus der Antike herstammende 
Stuhlformen erkennen, deren weitere Entwicklung 
durch die Renaissance und das Barock zu verfolgen 
ist. Diese Aufgabe erfüllt die lange Reihe von 
Faltstühlen aus wuchtigen Vierkanthölzern mit 
Lehnen [siehe Abb. unten). Den älteren lehnenlasen 
Faltstuhl, die sella curulis der Antike, vertreten die 
kirchlichen Faldistorien aus Marburg in Steiermark 
und aus Brünn und schlichtere Exemplare aus Tirol 
und Danzig, die den Übergang zum einfachen 
Felclstuhl ankündigen. Überaus seltene Formen, die 
schon mit dem Mittelalter wieder aussterben, sind 
die beiden zerlegbaren Lehnstühle aus dem Etsch- 
gebiet, der reich geschnitzte Stuhl aus Aosta, der 
Faltstuhl aus Eppan und der Stuhl aus Norwegen, 
dessen Farm und Schnitzerei die romanische Tradi- 
tion über das Mittelalter hinaus festgehalten haben; 
alles wahlbekannte Dokumente zur Kunstgeschichte 
des Mobiliars. Auch der vornehme Strozzistuhl, das 
wohl berühmteste Möbel dieser Sammlung, geht auf 
einen uralten, ganz schlichten und volkstümlichen 
Typus zurück; ihm ist die nächste Folge gewidmet. 
W. A. Siedler 
Scherenstulil aus Nußhalz, Südalpen, 15. Jh., mll sdiuppen- 
artigen Motiven in Kerbschnitzerei. Das Gitterwerk ruht auf 
Stegen und Klaueniüßen. 
 
Lit.: Jacob von Falke, mittelalterliches Halzmobiliar, H. Steg- 
mann, Kunst und Kunsthandwerk, O. Peltzl. Deutsche 
Hausmöbel. 
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