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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 164)

tusstellung hat zwei Schwerpunkte und be 
daher aus zwei getrennten Teilen. Den einen 
rerpunkt bildet der Dom selbst. Die erst kürz- 
ibgeschlossene Restaurierung hat neben vie 
nderen Maßnahmen den Fußboden auf sein 
üngliches Niveau abgesenkt und damit dem 
1 seine edlen Proportionen wiedergegeben. 
r der Westempore wurde mit großem archi- 
nischen Geschick ein Ausstellungsraum vorn 
ienraum abgetrennt und mit der Dokumenta- 
zur 700jährigen Geschichte des Dorns ausge- 
et. Obgleich auch hier viele Kunstwerke zu 
n sind (Architekturteile, Goldschmiedearbei- 
lafelbilder), liegt das Schwergewicht auf der 
rischen Dokumentation, und zwar nicht nur 
iomkirche, sondern auch des Bistums Wiener 
tadt, das so bedeutende Bischöfe wie Fabri, 
sl, Kollonitsch, Spinola aufzuweisen hatte. 
zweite Teil der Ausstellung befindet sich im 
ialigen Kloster St. Peter an der Sperr, wo 
n öfter Ausstellungen stattgefunden haben. 
ist die Dokumentation über die ersten hun- 
Jahre habsburgischer Herrschaft in Öster- 
eingerichtet. im Kreuzgang wird zunächst 
historische Gerippe sichtbar. Zeit- und 
mtafeln, mehrere Karten über den wechseln- 
'erritorialbesitz der führenden Fürstenhäuser 
die kirchliche Gliederung liefern die nötige 
information. Dadurch soll der Hauptzweck 
.usstellung sichtbar werden. Sie will nämlich 
n, wie damals die Ströme kultureller Entwick- 
verliefen. Zunächst kamen mit den Habsbur- 
nicht nur politische, sondern auch literari- 
und künstlerische Einflüsse aus dem Westen 
Oberrhein und vom Sundgau) nach Öster- 
. Hier werden sie selbständig verarbeitet, und 
es dauert nicht lange, da fließt der Strom in umge 
kehrter Richtung. War man in Österreich zunächst 
wenig erfreut über die nschwabischenu Ratgeber 
und Würdenträger der neuen Herzöge, so trifft 
man bald Österreicher als habsburgische Land- 
vögte in der Schweiz an. Ebenso wird aber auch 
österreichische Kunst nach dem Westen expor- 
tiert. Die künstlerische Ausstattung der großen 
Klosterstiftung Königsfelden im Aargau liefert da- 
für das bekannteste Beispiel (vgl. Abb. 1, B). 
Mit dem Verlust der meisten schweizerischen Be 
sitzungen seit der Schlacht bei Sempach (1386) 
bricht diese fruchtbare Konstellation ab. Es dürfte 
übrigens kaum bekannt sein, daß bereits unter 
den Babenbergern ein ähnlicher Zusammenhang 
bestand. Im 11. Jahrhundert waren Babenberger 
Herzöge von Schwaben, und als die Staufer dieses 
Land an sich zogen, verletzten sie damit zweifel- 
los das ältere Hecht der österreichischen Landes- 
türsten. Nun geht Österreich der westliche Raum 
zum zweiten Mal verloren. Die Jahre der Gemein- 
samkeit genügten jedoch, um eine ganze Fleihe 
von unvergänglichen Werken zu schaffen. 
Da sich Geschichte nicht ausstellen laßt, sondern 
nur illustriert werden kann, liegt der Schwerpunkt 
dieser historischen Ausstellung auf dem Gebiet 
der Kunst. Die Kunst ist ja am besten imstande, 
geistige Inhalte auszudrücken und zu vermitteln. 
Die Ausstellung geht aber auf diesem Gebiet neue 
Wege. Im Unterschied zu bisherigen Veranstaltun- 
gen werden die Objekte nicht nach Materialien ge- 
trennt, sondern nach ihrer stilistischen Entwick- 
lung zusammengefaßt. Auch der Katalog folgt die 
sern Prinzip. Die historische Dokumentation 
durchdringt diese Anordnung und schafft viele 
Querverbindungen.
	        

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