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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 166 und 167)

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Fels gehauenen Grabgrube beigesetzt. Karl IV. ließ 
sie 134611348 dort entnehmen, die Erde kam in eine 
zwei Meter lange und siebzig Zentimeter breite 
Bleitruhe. darin befand sich auch ein Bleikästchen 
mit beschriftetem silbernem Deckel; in diesen lagen 
kleine Knochen und Reste eines Wachssiegels von 
Karl lV.'"o Als man 1960 die Gruft des Fürsten Vratis- 
lav öffnete, der im 10. Jahrhundert die Georgskirche 
auf dem Hradschin erbaut hatte. fand man sein Ske- 
lett ebenso in einer Bleitruhe von 1379"". In vielen 
Fällen begnügte man sich bei der Beisetzung mit ei- 
ner Bleitafel, die inschriftlich den Namen des Bestat- 
teten und das Datum festhielt. In den Gräbern Kon- 
rads Il., der Kaiserin Gisella und Lothars III. fanden 
sich solche Bleitafeln, im Grab Konstanzes eine be- 
schriftete runde Silberplattemz. Von den Bremer Bi- 
schöfen Leuderich und Unni (9, bzw. 10. Jh.) haben 
sich Bleiplatten mit lnschriften erhalten, wie sie 
wohl Erzbischof Adalbert um 106011070 seinen Vor- 
gängern bei einer Umbettung mitgegeben hatma, bei 
Ausgrabungen vor einigen Jahren fand man auch 
die Bleitafel für Bischof Liemar, w-constructor huius 
ecclesiaw. im Bremer Petri-Domw", 
In dem vor kurzem in Passau aufgefundenen Grab 
eines armenischen Kirchenfürsten von 1093 fand 
man auch zwei Bleiplatten mit lnschriftenws. Bi- 
schof Heinrich II. von Regensburg ließ 1283 die Ge- 
beine des seligen Abtes Erminold von Prüfening 
(T1221) erheben und gab in das neue Hochgrab 
auch eine Bleiplatte mit"? Den aus Königsfelden 
 
und Basel über St. Blasien nach St. Paul im Lavant- 
tal transferierten Habsburger-Gräbern waren nach 
1350 Bleiplatten beigegeben wordenm, das schön- 
ste Beispiel füreine derartige Inschrift bei einer Bei- 
setzung ist wohl das Bleikreuz im Grab Flu- 
dolphs lV., des Stifters, aufgefunden 1739 und 1933, 
im Ausmaß von 35x20 cm mit dem Text: nAnno 
domini M CCC LXV die dominica post festum s. Ja- 
cobi obiit Rudolfus dux Austrie . .. et hic sepuI- 
tusum. In Maximilians l. Sarg war eine Bleitafel mit 
einervom Juristen Jakob Spiegel verfaßten Inschrift 
enthalten, wie der Offnungsbericht von 1573 bestä- 
tigt: w. . . ac in tumba super pectus defuncti tabula 
plumbea cum epigrapho inventa ac iterum reposita 
estumg. Bei der Umbettung 1770 war sie tatsächlich 
 
16 Bleiernes Grabkreuz Herzog RudolfslV. (T1365), 
Anmerkungen 85- 93 (s. Text S. 52, 53) 
" Georg Schreiber, Der Bergbau in Gesnhlchle. Ethos und Sakral- 
kulliir (Wissenschalll. Abhandlungen dar Arbeilsgerneirlschall 
mr Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen 21). 1962. s 424. 
Benno Rolh, Seckau, 19s4, 5.117 u 100 
" wiesrier, Kärnlrler Bergbau 2, S. 19 l. 
" Schreiber. Bergbau. 3.145 (Zisterze sl. Ramy, Rochefort. Bal- 
gien, in den Ardennsn). 
" Heinrich von Wömdle, Markt Gossensass, 190a, s. 34. Hans MI- 
chael vdalclial, Chronik VUm scririaanarg (bei Sterling). 191a. 
s. 5a, a5 
19 
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Josef Znnlar, Villach iirid der Sudnslerl, IHI eoo Jahre Vlllach. 
1960, s 50a (auch uber Blei aus Gvoldarlsko in Kroatien) 
Erwin Hirllze, Schlesische ziringiaßar. Die düufSCherl zinngiaßar 
4,1926,S.1B5.Nr.51D 
David von Schonherrs Gesammsllü Schriften 1. hg. V07! Michael 
Mayer. mrlsbruck 1900, s. sso, sa2, aus, 
Tiroler LarldBSmHSBum Ferdiriandaiirri. LBHGSSKUHGIICTIES Mu- 
saurri irri ZEIJQHBLIS MEXIITHIIBTIS 1., Katalog 0 .1. (19131. s, a l. 
Walter Hiirrirrialbargar. Das bürgerliche zaugnaiia [Wiener Ge- 
schichlsbucher, hg Peter Pötschner m. 1912, s. 52211101: 41.020 
Pfund Viliacher Elellj. 
(Anmerkungen 100 -108 s. S. 56) 

	        

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