MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 184 und 185)

eldose. China. Roter Schnitzlack. Bodenmarke: nien- 
Ung-lo. Periode Yung-lo, 1403 - 1424. ÖMAK, lnv. Nr. 
Sl La 181 
 
drucksvolle Zeugen liefern. 
Ein dichterer Querschnitt durch die verschiedenen Ar- 
ten, Techniken und Materialien wird in den Exner-Objek- 
ten aus der Ming-Periode (1368-1644) lebendig, ein 
Zeitabschnitt, in dem die plastischen Kräfte versiegen. 
Die aus Eisen verfertigten Großplastiken vereinen eine 
realistische Auffassung mit graphischen Zügen, wobei 
auch die Bronzefiguren, deren Gesichter. Körper und 
Gewänderimmermehrschematisiertwerden, eine stili- 
stische Erscheinung. die zu Ende der Ming-Ära - zwei 
Opfernde sind 1641 datiert (Abb. 14) - in eine rational 
abgeklärte Darstellungsweise übergeht, die mit einer 
technisch vollendeten Ausführung gekoppelt ist. Die 
Kleinplastiken veranschaulichen ebenfalls das realisti- 
scheundbarockeGrundanliegenderEpoche,entweder 
in einer eher volkstümlichen, etwas steif wirkenden 
oder mehr bewegten Formensprache, die eine unge- 
mein reiche Detailausführung bestimmt. 
Für die Malerei, wofür Exner ein Wandbild und Hänge- 
rollen erwarb, ist ebenfalls nicht zu übersehen, daß sie 
zunehmend von einer rationalen Abgeklärtheit be- 
stimmtwurde. die zwaralle überkommenen Möglichkei- 
ten beherrschte, sich abertrotzdem immer mehr im De- 
korativen und realistisch Erzählenden verlor. 
Exner-Stücke informieren uns über die bei den Bronze- 
geräten üblichen Varianten: einmal ein mehr oder weni- 
ger ausgeprägter Anschluß an die archaischen Kult- 
bronzen der Shang- und Chou-Periode (ca. 1 1 . Jahrhun- 
dert - 256 v. Chr.), und zum anderen Übernahm 
der Formenwelt der älteren Keramik und ein natt 
scher Stil mit pflanzlichen und tierischen Eleme 
Eine archaisierende Formgebung oder Ornamer 
stimmtgleichfallsvielederEmailarbeitendieabs 
alle Dekormöglichkeiten ausschöpfen mitTieren 
zen, Blütenranken und landschaftlichen Szenerie 
der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wie z. 
Becken belegt. auch unter Einbezug von Mer 
(Abb. 15). 
Die formalen Zusammenhänge zu den archa 
Bronzen und zu persischen Metallvorlagen illus 
ferner kostbare Jadeschnitzereien. 
In Spitzenerzeugnissen präsent ist die spezifisi 
asiatische Art des Kunstgewerbes, die Lackkur 
den gefärbten Saft des Lackbaumes als Überzi 
Schmuckmittel vor allem auf Holz verwendet. Ei 
Haupttechniken bildet derSchnitzlack, fürden de 
ste Beispiel eine Yung-lo (1403- 1424) datierte 
abgibt. die Ch rysanthemen und Päonien zieren (A 
Neben dieser Stilrichtung, die einen mit weicher 
gangen geschnittenen Blütendekor bevorzugt. bf 
eine andere. ebenfalls mit Exner-Objekten zu ilI 
rende Art, die figürliche Szenen in einer mehr 
scharf graphischen Manier verträgt. Andere 
ten demonstrieren ein weiteres Lackverfahrei 
Schwarzlack mit Beineinlagen. 
Auch die letzte große Epoche der chinesischen
	        

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