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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 190 und 191)

 
aitender. 1964. Holz, H iEl2,5 crn München. Bayerische 
sgemaidesammlurigen 
inder Mann. i965. Bronze. H 128,5 cm 
 
baren noch sichtbar ist. Er sieht die Gestalt und stellt sie dar irn 
Sinne einerÄußerung Albrecht Durers: iwDenn wahrhaftig steckt 
die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sieß 
Der Mensch bleibt als Gebild aus den Händen des Bildhauers 
dennoch ein Phänomen; es gibt keine endgültige Formel. Immer 
nur einTeilaspektwird erfaßl. Das Ganze kann es nichtsein. Nur 
das Formgebild muß vollkommen sein. 
Form ist Verzicht,Verzichtaulvieles um derStruklurwillen. Das 
gilt vor allem für das Holzgebild Abb. 3, das einfach "Figurk 
heißt. Eine solche Figur steckt auch im Menschen, in der Natur, 
im Kosmos oder ist irgendwo zu Hause. wenngleich sieder Men- 
schengestalt nahe steht; nicht allein in ihren dynamischen Tei- 
len ist sie Organismus. 
Reine Formen: sie sorgen von selbst tur den lnhalt. der sich in 
der iFigurii (Abb. 3) als Widerschein des Menschen äußert. Es 
sind körperliche Gesetze. die er liir sich entdeckt. Sie schalten 
ein Ordnungsleld neuer Art. Darin ist der Bildner lrei, denn es ist 
seine Deutung der Gestalt, die er hinstellt. So sehr die Figuren 
aus der Bewußtheit des Bildhauers entstanden sind, so haben 
sie doch etwas von einem Kristall an sich, der mit Regelmäßig- 
keit und Gesetzmäßigkeit zu einem Ganzen anschießt. Wie man 
solch ein Gebild auch benennt und was es auch meint, es 
braucht keinen bestirnmteren Namen als iFigurii An diesem 
Punkt angelangt, entziehen sich die Figuren der Phantasie des 
Betrachters, diese eine (Abb. 3) noch stärker als die beiden an- 
deren. Es kann nichts hinzugelugt noch hinzugedacht werden. 
Welchem Phänomen im Werk Anton Hillers man den Vorzug 
auch geben will: Streben des Bildhauers war. die organische 
und die eigengesetzliche Form in eins zu binden. 
An den Wegkreuzungen entstanden im Werk Anton Hillers 
Aquarelle und Blerstillzeichnungen. aut denen Striche gebün- 
delt oder zu Gebilden verdichtet sind, zwischen denen Faden 
hin und her gehen (Abb 4). Er braucht diese Flecken nicht ei- 
gens mit einer Konturlinie zu umziehen, um ihnen die Festigkeit 
zu geben. die ihm stets ein Anliegen ist. Sieht man näher zu. so 
sind auch hier Körperakzenta nach vorne genommen. Der ana- 
tomische0rt derGebildeist inderZeichnung nichtrnaßgebend. 
Und die verbindenden Faden? Sie zeigen nicht bloß den Umriß 
der Gestalt an, sie sind zugleich Energiestrbme zu den dichten 
"Flecken" in einem gemeinsamen Kraltteld. 
In einer Ausstellung, im Lenbachhaus in München 1973, war in 
der Mitte des Raumes die wGroße Liegerideii (Abb. 5, Holz) aut- 
gebaut. eine weibliche Figur. einem Altartisch gleich. umgeben 
von ivHeiIigen Zeichen" aus Bronze, Holz und Gips. 
Es warten noch viele Gebilde im Menschen und in der Welt. die 
noch nicht entdeckt sind 
3 Figur, 1972. Holz, H 98 crn 
4 Zeichnung vorn 25 5. 1971. Bleistili 
5 vGroße Liegende-i, l973. HOIZ, L225 Crri u andere Figuren iric 
Ausstellung im Lenbachhaus in Munchen. 1973 

	        

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