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Volltext: Das Biegen des Holzes, ein für Möbelfabrikanten, Wagen- und Schiffbauer wichtiges Verfahren

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dem Objekte der Arbeit, dann impoiiirt uns die Erscheinung 
umsomehr. Ist der Ausgangspunkt der Erfolge unser Vater- | 
land, der Schauplatz derselben aber die ganze Welt, dann ver- ; 
leiht die edelste Art von Eigenliebe — die Vaterlandsliebe — i 
dem ganzen Ereignisse eine Weihe, die eine gesteigerte Tlieil- 
nahme begründet. 
Ein hervorragendes Beispiel der Geschichte einer tech- ] 
nischen Idee, ein Beispiel aus der Gegenwart, ein Beispiel, 
das durch die Eigenart der damit zusammenhängenden Vor 
stellungen frappirt, ein Beispiel, welches der Patriotismus uns 
werth macht, ist das Biegen des Holzes. 
Was ist Biegs amkei t? Biegsamkeit ist die Eigenschaft 
fester Substanzen von platten- oder stangenförmiger Gestalt, 
durch äussere Kräfte nach einer Hanptdimension eine neue 
Gestalt anzunehmen und in derselben zu verharren, auch wenn 
die Kräfte zu wirken aufhören. Man krümmt ein ebenes Blech, 
indem man es zwischen drei Walzen durchlaufen lässt, die 
eine entsprechende Stellung zu einander haben. Das Blech 
bleibt krummflächig, wenn es die Walzen verlässt, — es ist 
biegsam. 
Im Widerspruch mit der Biegsamkeit steht die Elasti- 
cität. Giebt man einem Körper durch Kräfte eine neue Ge 
stalt und kehren die Körpertheilcheu nach dem Aufhören der 
Wirksamkeit jener Kräfte in die frühere Ruhelage zurück, so 
spricht man diesen Körper als elastisch an. 
Alle Körper sind bis zu einem gewissen Grade elastisch 
und bis zu einem gewissen Grade biegsam. Wenn man ein 
ebenes Blech nur sehr wenig krümmt und dann sich selbst 
überlässt, so wird es wieder eben, — man hat die Elasti- 
citätsgrenze nicht überschritten. Bei stärkeren Krümmungen 
bleibt das Blech in der erhaltenen Gestalt, man hat die 
Grenze der Elasticität passirt. 
Man kann nun mit immer grösseren Zumuthungen an das 
biegsame Material herantreteu, man erreicht die Biegsam 
keitsgrenze, der Stoff geht in Stücke, er bricht. Er muss 
biegen oder brechen. Die Biegsamkeit liegt also zwischen 
zwei Grenzen, der Elasticitätsgrenze und der Biegsamkeits-' 
grenze; jenseits der ersteren ist das Material elastisch,
	        

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