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fullscreen: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 1)

das Tatsächliche, das Un- 
mittelbare, der warme persön- 
liche Anteil. Unter diesem 
Gesichtspunkte vertragen wir 
nicht allein so manche allzu 
persönliche Auffassung, son- 
dern sogar auch manche 
Unterlassung, vorausgesetzt, 
dass die Richtigkeit des Ge- 
samtbildes nicht allzusehr da- 
runter leidet. Wenn der Autor 
es versteht, Ordnung und 
Klarheit in die verworrene 
Mannigfaltigkeit vielfach sich 
durchkreuzender Erscheinun- 
gen zu bringen, wenn es ihm 
gelingt, verborgene Zusam- 
menhänge aufzuweisen, so 
hat er sein Bestes getan, das 
übrige bleibt der Zukunft vor- 
behalten. Grautoff entspricht 
nicht nur diesen Anfor- 
derungen in vollem Masse, 
er weiss auch den Leser für 
seinen Gegenstand zu inter- 
essieren und zu erwärmen. 
Das erreicht er besonders 
dadurch, dass er jene Künst- 
ler, die er als Träger der 
Entwicklung in der modernen 
Buchkunst ansieht, ihrem 
Wesen nach feinfühlig und 
Edinburgh x765, rotes Maroquin {j (Grösse) Scharf charakterisiert und die 
verschiedenen Typen einan- 
der gegeniiberstellt. In diesen kurzen und treffenden Beschreibungen der Künstlematur des 
einzelnen liegt der geistige Schwerpunkt des Buches; wo der Verfasser dagegen von 
Schrift und Satz, vom Einband und der übrigen Ausstattung des Buches zu sprechen 
beginnt, da merkt man den geringeren persönlichen Anteil und eine, man möchte sagen 
mehr pflichtmässige Erledigung der vorliegenden Fragen. 
Grautoff bespricht in der Einleitung die Buchkunst um das Jahr 1880 und schildert 
den ganzen künstlerischen Jammer, den buchhändlerische Spekulation und billiges Protzen- 
tum jener Zeit auf dem Gewissen haben. Sodann erwähnt er einige Erscheinungen des 
Auslandes, die eine Umkehr zu Besserem bedeuteten und verweilt namentlich bei den 
Engländern und ihrem originellsten und am modernsten empfindenden Buchillustrator 
Aubrey Beardsley, dessen Begabung er hoch, ja ohne Zweifel allzuhoch, über die aller 
anderen englischen Illustratoren stellt. Infolge dieser Bewunderung für Beardsley sieht 
er sich genötigt, auch einem stilverwandten deutschen Künstler, dem Illustrator der 
„Barrisons", Thomas Theodor Heine überschwengliches Lob zu spenden. Im weiteren 
Laufe der Arbeit fühlt sich aber der Autor selbst durch dieses Lob unheimlich bedrückt,
	        

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