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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 1)

aber in inren oesren reinen auf den Publikationen von Labarte und Chennevieres beruht).

Der Verfasser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Blütezeit der Elfenbeinplastik - das

XVII. und XVIJI. jahrhundert - eingehend zu behandeln, während er die Renaissancezeit

und das XIX. Jahrhundert nur in grossen Zügen charakterisiert. Eine frühere Arbeit

„Studien zur Elfenbeinplastik der Barockzeit", zu der er eingehende archivalische Studien

gemacht hatte, war insofern von grossem Werte, als es dadurch ermöglicht wurde, eine

ganze Reihe von neuen Künstlernamen zu finden und zahlreiche Werke den einzelnen

Künstlern zuzuteilen. Die Geschichte der Barockplastik selbst ist nach Ländern geordnet,

und in jedem Lande sind dann die wichtigsten Künstler besprochen. Vielleicht wäre eine

Einteilung vom künstlerischen Gesichtspunkte aus erwünschter gewesen, jedenfalls ist das

Werk von ausserordentlichem wissenschaftlichen Verdienste und besonders durch die

grosse Zahl von Abbildungen (124) von grossem praktischen Werte. A. Schestag

M ODERNE SCHRIFT. Das Hauptmerkmal der heutigen künstlerischen Schriftdarstellung

 liegt in ihrer individuellen Belebung und steht im Gegensätze zu der erstarrten

Buchstabenform der verflossenen Jahrzehnte. Es ist daher ein grosses Unrecht, dass die

Erzeugung der jetzt den Markt überschwemmenden Vorlagen für „KünstlerschrifterN in

der Weise erfolgt, dass eine und die andere ornamentale Handschrift eines nicht

genannten Meisters in mehreren „AlphabeterW, und zwar meist als unverstandene Nachahmung

 variiert wird, wodurch die Verwässerung des betreffenden Schriftcharakters und

überdies der Eingriff in fremdes Eigentum zu beklagen ist. Dass dies geschieht, und infolge

 der starken Nachfrage nach „modernen Schriften" in so ausgedehntem Masse

geschieht, erklärt die grosse Verwilderung, die gegenwärtig auf diesem Gebiete herrscht. Es

gibt eben heute nur zwei Möglichkeiten, Vorbilder für künstlerische Schrift zu schaffen,

ohne Schaden anzurichten, und zwar entweder indem die ornamentalen Handschriften

der einzelnen Künstler gesammelt und mit aller Treue und Sorgfalt wiedergegeben, oder

indem sämtliche Blätter eines solchen Werkes von einem Künstler gezeichnet werden,

wodurch in jedem dieser Blätter trotz verschiedenster Gestaltungen das Ornamental-Graphologische

 dieses Künstlers zur Geltung kommt.

Zu der letzteren in unseren Landen seltenen Gattung gehört das vorliegende, nett

ausgestattete Werk." Richard Grimm in Krefeld, dessen Ruf als geschmackvoller,

namentlich in der jungen Buchkunst erfolgreich wirkender Künstler sich immer mehr ausbreitet,

 hat hier ein brauchbares Schriftenbuch hergestellt. Die gefällige und deutliche Buchstabentype

 des Autors wird in den verschiedensten Umformungen und Kombinationen auf

allen 50 Tafeln unverkennbar zur Entfaltung gebracht. Der Reiz dieser künstlerischen

Graphologie weist dem Benützer des Werkes den Weg, den er zu gehen hat und hält ihn

ab, geist- und empfindungslos zu kopieren, was doch alle „Schriftvorlagen" der älteren

Form verschuldeten und noch verschulden. Am besten gefallt mir in der vorliegenden

Mappe das Anschlagen des Themas (die ersten Blätter), am wenigsten die Variationen zu

diesem Thema (in den letzten Tafeln). Grimm zeigt sich übrigens auch in seiner Vorrede

als modern empfindender Methodiker. Dass er gegen das lineare Abstandsprinzip beim

Reihen der Buchstaben so energisch ankämpft, deutet auf die grosse Verbreitung und

kanonistische Bedeutung dieses falschen Prinzips auch in Deutschland hin. - Wann wird

man endlich aufhören, es in den Schulen zu üben? Larisch

STEIERMÄRKISCI-IE LANDESBILDERGALERIE. Diese bisher in den

Räumen des steiermärkischen kulturhistorischen und Kunstgewerbemuseums nur

mangelhaft untergebrachte Bildersammlung konnte, nachdem für sie durch den Ausbau des

"K „Richard Grimm, Der moderne Schriften- und Schildennaler". Serie l, 50 Tafeln, M. 12.50. Düsseldorf

1903, Friedrich Wolfrurn.
            
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