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Full text: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

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ungleiche Höhe der mit Aufbauten, Galerien aller Art besetzten Dächer 
erzielt wird, die unterschiedliche Verteilung der Fassadenbreiten und die da- 
durch resultierten Abweichungen in der Anordnung, in der Größe und Aus- 
schmückung der Fenster und Balkontüren w diese Willkür an Formen und 
Formenvereinigungen findet in der Bewegung der ringsum (an drei Seiten 
des Platzes) sich entlang ziehenden Laubengänge ein wirkungsvolles Moment 
des Zusammenschlusses. Aber auch diese durch die Arkadenbogen ver- 
körperte Bewegung läuft nicht im rhythmischen Gleitflusse um den Platz 
herum. Denn flache Bogen, die über weitgespannte Säulenzwischenräume 
sich spannen, finden für ihren vorschnellen Lauf in einer vermehrten Zahl 
engerer und stärker gewölbter Rundbogen Einhalt und Zeitverlust. Dem 
entspricht denn auch, daß die Form, die Stärke und Höhe der diese Bogen 
tragenden Stützen sich jeweilig verändert und daß dadurch die Schatten- 
Wirkung der verschiedenartig konstruierten Ausschnitte stets aufs neue variiert 
erscheint. Früher freilich war das Aussehen des Platzes mit der Anbringung 
von Fresken, welche die Fassaden der I-Iäuser überzogen und von den 
größten Malern der Stadt, von Pomponio Amalteo und Grassi herstammten, 
weit mehr belebt gewesen als in der Gegenwart, entsprechend dem alten 
Brauche, wie er in der Lagunenstadt und überhaupt in Oberitalien allgemein 
üblich gewesen war. Die Piazza d'Erbe in Verona, deren Verunstaltung kurz 
 
Abb. 2. Der Mercato nuovo zu Udine (x77!)
	        
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