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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 10)

203

Nr.

962. Purquetverzierung mit Feston und Lowenkopf, 68 Ctm. hoch, x38 Ctm. br. n

963 Wandverzierung rnil Bändern und Lowenkopf, 68 Ctm. hoch, 95 Ctm. breit

964 Schlussstein mit Akanthusblutt, 55 Ctm. hoch, 40 Ctm. breit . . . . . . . . . . . . ..

965 Fensterbekrbnung mit Maske und Feeton, 60 Ctm. hoch, 8c Ctrn. breit . . ..

966-967 Zwei Reliefs mit musicirenden Engeln, Orig. in der Kirche S. Trovaso

in Venedig, 76 Ctm. hoch, 34 Ctrn. breit. .. .. . _ ä

968 DesgL, 65 Ctm. hoch, 70 Ctm. breit . .

969 Füllhorn mit Schild von einem Grabstein, Renaissance,

60 Clm. hoch, m Ctm. breit . 

970-973 Ornamente vom Wiener Universitätsbau:

970 Bekronungsdecor mit Maske und Voluten, 50 Ctm. hoch, H5 Ctm. breit..

971 Lorbeerkranz, 60 Clm. hoch, 55 Ctm. breit"

972. Leseneneapitbl, 45 Ctm. hoch, 50 Ctm. breit.

973 Schlussstein mit Maske und Cartouche, 76 Ctm. hoch, 54 Ctm. breit .

974 Attisches Grabrelief, Mädchen mit Schmuckkästchen dnrstellend, Orig. im

Centralmuseum in Athen, 56 Ctm. hoch, 35 Ctm. breit. . . . . . . . . . . . . . . . . . .

975 Cnrtouche von einem Sarkophnge, Orig. Bronze, 17.Jahrh., gefunden in der

St. Annakirche in Wien, 35 Ctm. hoch, 46 Ctm. breit... . . . . . . . 







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Literatur - Bericht.

Farbige Bildwerke. Von Prof. Alex. Schmidt. Ahdr. aus dem Sprechsaal.

Verlag von Müller 81 Schmidt in Coburg. 8".

Die Polychrnmie der Sculpturwerke findet in Alex. Schmidt einen eifrigen Apostel.

Der akademisch-dogmatische Standpunkt - so fuhrt er aus - welcher die Anwendung

von Farbe an den Bildwerken als barbarisch zurückweist, ist heute langst nicht mehr

haltbar, nachdem ihm der Boden durch den Nachweis entzogen worden ist, dass auch

die antike Seulptur der Farbe nicht entbehrt habe. Zudem haben wir die polychromen

Bildwerke anderer Völker und Kunstperioden aufmerksamer betrachten und schätzen

gelernt; die katholisch-kirchliche Bildscbnitzerei, die Fayencen und das Porzellan sind

in der Werthschatzung als Kunstwerke gestiegen. Ueberall regt sich in unserer Zeit

die Freude an der Farbe; die innere Ausstattung der Wohnung verlangt nach ihr. Die

Künstler, die noch heim Weiß beharren, müssen fürchten, nach und nach zurückgedrängt

zu werden. Auch eine ästhetische Erwägung spricht für die Anwendung der Farbe:

Die Bildnerei findet wie die Malerei ihre Vorbilder in der Natur, bei der Form und

Farbe unzertrennlich sind, es kann also die letztere für sie nicht ausgeschlossen sein.

Hierauf erörtert der Verfasser, wie weit die Polychromie zu gehen habe, wann und in

welchem Falle sie anzuwenden sei. Seine Hauptgesichtspunkte dabei sind, dass sie

bedingt sei durch das Material, die Formengebung, die Wahl des Gegenstandes, den Maßstab

 und Aufstellungsort. Insbesondere muss sich die Bildnerei bewusst werden, welche

die jedem zu bearbeitenden Materiale innewohnenden Eigenschaften und Vorzüge seien;

geschieht das, dann wird auch nicht so leicht bei der Anwendung der Polychromie eine

Versündigung gegen die Gesetze der Kunst eintreten. Da seine Abhandlung ursprünglich

in dem Sprechsaale, dem Organe der Porzellan-, Glas- und Thonwaarenindustrie

erschienen ist, zieht der Verfasser außer der Arbeit in Marmor hauptsächlich die

keramische Production in den Kreis seiner Betrachtungen; erwähnt möge hier werden,

dass. er bei der Bemalung keramischer Bildwerke die Wachsbohnung und für die glasirte

die Unterglasurmalerei empfiehlt. Der letze Abschnitt des Schriftchens ist der kritischen

Betrachtung der Ausstellung polychrotner Sculptur in der Nationalgalerie zu Berlin

gewidmet. ln dem Wuste dessen, was jetzt über die Frage der Polychromie, die allerdings

 für die Sculptur der Gegenwart eine brennende geworden ist, geschrieben wird,

behauptet Schmidfs kleine Abhandlung eine beachtenswerthe Stelle. Sie ist von einem

Manne geschrieben, der eine langjährige praktische Thatigkeit auf dem Gebiete der

Sculptur hinter sich hat, und enthalt eine ganze Reihe feiner Bemerkungen und werthvoller

 Winke. Weniger einverstanden kann man mit der Darstellung sein, die uns oft

gar zu sprunghaft und aphoristisch erscheint; das gilt für das Einzelne wie für die

Anlage und Anordnung des Ganzen. Auch die merkwürdigen nKunstausdruckev, wie sie

bei manchen praktischen Fachmannern so beliebt sind, fehlen nicht, z. B. p. 34 Hin der

Wolle gefärbter Marmora. Ms.

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