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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1896 / 9)

Notizen.

Polnische Kunstindnatrle. Wie spärlich die bishJigen Kenntnisse von der

ulteren polnischen Kunst waren, geht daraus hervor, dass vor ganz kurzer Zeit der

Krskauer kunsthistorischen Comrnission Mittheilungen zuksmen, welche auf hervorragende

 polnische Kunstindustrie des Mittelalters und der ersten Jahrhunderte der Neuzeit

 hinweisen. So berichtete Dr. Lozinslti von einer Lernberger Bronzegießerei des

14. Jahrhunderts, Abbe Petruszewicz von allerfeinster Emailfayence des n. und I3. Jahrhunderts

 aus den Werkstätten zu Halicz und Dzwinogrod; Dr. Ehrenberg brachte Documente.

 welche belegten, dass Prinz Albert von Preußen im Jahre 1573 einen sTapis

polonaisc von ganz besonderer Schönheit hinterließ. Von besonderem Interesse wird

die Mittheilung Tomkowici sein, aus welcher hervorgeht, dass zu Biezdiatka und Horochbow

 (Vnlhynien) Gobclins von seltener Schönheit erzeugt wurden. Auch in Krakau

dürfte im tB. Jahrhundert ein Gobelinmeister gelebt haben.

Oyprlaoho Kunst. Eine Meile von den Selaminischen Ruinen entfernt, in der

Nahe des heute Enkomi genannten Städtchens, befindet sich eine Nekrapole, in welcher

über Auftrag der britischen Regierung Ausgrabungen vorgenommen werden. Gleich den

kretensischen Funden gehören auch die cyprischen der mykenischen Kunstperiode an.

Zumeist handelt es sich um Geschmeide und Gerlthe aus Gold und Elfenbein. ln letzter

Zeit wurden dem Britisch Museum eingesendet: Ein schöner Ring, welcher in sauberer

hieroglyphischer Grsvure ein Gebet zur Göttin Mut enthllt. in demselben Grabe, in

welchem dieser Ring gefunden wurde, lagen noeh zahlreiche massive Guldnadeln archaischhellenischer

 Form. Die Nadeln sehen Stilets gleich und lhneln überaus den auf der

uVase Frangois- im Borentinisclten Museum dargestellten. Zu den schönsten Stücken,-welche

 bisher gefunden wurden, gehören die Elfenbein-Sculpturen. Eine von diesen zeigt

Löwe und Stier im Kampfe, die andere stellt einen Mann der, der einen Greif tödtet.

Seiner Kleidung nach scheint er ein Asiate zu sein. - Ganz dieselbe Sculptur - wenn

auch minder schon ausgeführt - wurde von Layard in der Pallstgruppe des Nimrod

gefunden. Was die Sculptur betrifft, die Löwe und Stier im Kampf: darstellt, so ist aus

dem Buckel des Rindes zu ersehen, dass es der karischen Race angehört. Die Ksrier

sind es aber, welchen die Archlologen die Schöpfung mykenischer Kunst zuschreiben.

Homer spricht auch von karischen Weibern, welche der Elfensrbeit kundig waren. -

Diese Ausgrabung förderte sonst noch zu Tage: Eine schöne irdene Vase, sowie ein

Halsband, goldene Ohrgehänge und Atmspangen aus Gold.

D88 Denltmßl (168 Themistokles. Einen interessanten Fund. der das dem

Namen nach wohlbekannte Denkmal des Themistokles auf dem Markte in Magnesia betrifft.

 hat A. Rhousopoulos in Athen, wie er in den xMittheilungen des kais. deutschen

archäologischen lnstitutsu berichtet, gemacht. Von dem Aussehen dieses Denkmals hatte

man bisher keine Kenntniss. Die litterarischen Quellen ließen es zweifelhaft, ob Themistokles

 überhaupt ein Denkmal gehabt hat, da die hierauf bezüglichen Stellen (Thukydides,

 Diodor, Nepos) auch so gedeutet wurden, dass es sich nur um ein Grabmal

handle. Nunmehr ist es dem genannten Archäologen auf Grund einer bisher unbekannten

griechischen Münze aus der Kaiserzeit gelungen, die erste sichere Vorstellung von dem

Monumente des Themistokles zu geben. Die Münze stellt auf der Vorderseite die Büste

des Kaisers Anloninus Pius, auf der Rückseite eine Opferhsndlung dar, die, wie sich aus

einer links im Felde angebrachten Inschrift ergibt, von Themistokles vorgenommen wird.

Die Darstellung bestätigt den Ausspruch des Plutarch, dass jener nicht nur uder Seele,

sondern auch der äußeren Erscheinung nach ein Held: war, und wir haben in ihr zum

ersten Male eine, wenn auch abgehlasste, so doch sichere Vorstellung von dem Aussehen

des Themistokles gewonnen, während die bisherigen Bildnisse diese Vorstellung nicht

zu geben vermogen. Das Monument auf dem Marktplatze von Msgnesia bestand vermuthlich

 aus Bronze, und die auf der Münze dargestellte Opferhandlung ist wahrscheinlich

jene, bei der sich Themistokles mit Stierblut vergiftet haben soll.

Berichtigung. Seite 164, Zeile 2.2 v. o. in Nr. 118 du nMxltheilungen des k. k.

Oeslerr. Museums: bes gezahlt statt gezollr.

Für die Redlcliou verlnlworllich: .I. Folluiu und F. Rüln.

Selbuverlng du k. k. Ouxerr. llnseumn lir Kmm und lnduurie.

nurmn-m-nam von cm Oumlnl"! um. u: Wien.
            
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