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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 184 und 185)

IWEISG werden erwähnt "Die entscheidungsge

 des Jünglings Paris, die Flucht der Jungfrau

und andere Mythen und Legenden; religiöse

)l' allem die nChristusbilderri, und dann die proemen,

 die jedoch für den Künstler stets nSinnleferen

 Fragen sindii, etwa nach dem wSchickh

 ivGemeinschaft und Verstandnisri und ande-.

 Oft wird in Porträts die Antwort auidie bedränragen

 gesucht. Bündig formuliertJung die weiAbsicht:

 vDie Achtung der Person, die Liebe

rschlichen Corpus ist, das sehe ich deutlich,

scheidend bei allen meinen - auch den ab--

 Bemühungemt (Georg Jung, Vorwort zum

der Kunsthalle Wien. Zedlitzgasse 6, 1949,

'er Stelle (S. 5 f.) führt der Künstler aus: vDie

plexeii, die ein meinen Bildern gegeneinandersind

 wzunächst auch sachlich bedingt. . ., aber

is in den letzten Jahren haben sich diese spanchen

 Beziehungen immer mehr verselbstänls

 eine Art von dramatischer Auseinandersetschen

 einzelnen Farbenii. Gleichwohl ist Gellichkeit

 oder Abstraktion für Jung eine falsch

Alternative:vielmehrgehtes um verschiedene

er Reduktion, die den Sinn solcher diohotomimematisierungen

 aufheben.

ds ist Jung auch um eine geistige Durchdringung

 seines künstlerischen Anliegens bemüht, deren

Rückwirkungen in der zunehmenden Subtilität seiner

Bildersichtbarwerden. Philosophische, psychoanalytische

 und anthroposcphische Studien begleiten das

Werk. Der Eros-Begriff spielt ohnehin in den Arbeiten

Jungs eine bedeutende Rolle, aber nicht bloß als die ungeheur

 verwirrende Kraft, sondern ganz im Sinne Sigmund

 Freuds: in der Spannung zum Todestrieb. Freud

siehtja im Eros auch das Element von Bindung, Zusammenhalt

 und Gemeinschaft und im Thanatos den alles

überlagernden Wunsch nach der absoluten Ruhe des

Anorganischen. Eine Auflistung des Werks von Jung unter

 solchen Gesichtspunkten wäre reizvoll. Auch spielt

fürJung die anthroposophische Grundüberzeugung eine

 Rolie, daß der Mensch durch Entwicklung seiner intellektuellen

 Fähigkeiten zur übergeordneten geistigen

Welt Zugang erlangt. Außer dem Bewußtsein - so lautet

 die Überzeugung von Rudolf Steiner _ gibt es noch

die Erkenntnisarten der Imagination und Inspiration,

und gerade letzterem hat sich der KünstlerGeorg Jung

verschrieben.

So schreibt er zu einem seiner Hauptwerke, dem vAltar

der Freundschaftii, dessen aufklappbare Flügel von der

sichtbaren Welt durch Reduktion in das Reich reiner

Imagination führen: wHier nun hoffe ich . . . etwas festge-Iegtzu

 habemwasrneineblsherigen Bemühungenwirklich

 zusammenfaßt: das Thema der Beziehung und

,Gemeinschaft' einerseits, in abstrakter Deut

herausgehoben, und andererseits sein Hereii

ins Körperliche, insMenschlichewieder,indemr

diese Stadien in den einzelnen Schichten des

durchlaufen werdenw(ebda., S. 7). Eswundertnic

die Anthroposophen in den Bildern Jungs einen

ren zu sehen glaubten.

Es ist in diesem Rahmen unmöglich, auf die Fül

essanter Details aus Leben und Werk Georg Jur

zugehen, auf seine Experimente, seine Farbth

seine Colormobiles. In dieser kinetischen Obje

mit ihren beweglichen Bildern sieht Albin Roh

neinen originellen Höhepunktti der iwabstrakten E

lUHgK des Künstlers, dessen überfällige WÜI

noch aussieht. (Georg Jung, 1899 - 1957, S,

1982, S, 32 f.)Jung selbst kennzeichnet seine kt

sche Tätigkeit durch wdas Vielfältigew seiner Bei

gen und meint: vWas man erreicht hat, achtet r

mer gering, gemessen an dem, was man von sicr

tet. Das Richtige kommt immer erst morgen -

me es nicht, so könnte man sich liebergleich zur

chen seiner Bilder an die Wand hangenrdebdaui

8). Gewiß: So ist das Leben, nicht aber die Gesc

denn Jungs Werk-diese höchst eigenwilligen S

wegungen im Feld der klassischen Moderne -

Auferstehung beg rilfen. Genau dies verdeutlicht

trospektive im Salzburger Carolino Augusteum.
            
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